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Streuobst-Brenner-Gipfel - Expertentreffen zum Erhalt der Kleinbrennereien

Zwischen Alb und Neckar liegen circa 26.000 Hektar Streuobstwiesen - diese bilden damit eine der größten zusammenhängende Streuobstlandschaft in Europa. Das reife Obst wird, neben Saft, zum großen Teil zu Schnaps verarbeitet. Seit dem Wegfall des Branntweinmonopols Ende 2017 und der damit verbundenen Unterstützung der Kleinbrennereien, bedeutet das für viele regionale Kleinbrenner ein wirtschaftliches Desaster. Auf dem "Streuobst-Brenner-Gipfel" vergangene Woche in Kusterdingen, trafen sich deshalb Expertinnen und Experten aus Brennerei-Verbänden, dem Zoll, dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, den Landkreisen und der Politik, um eine Lösung für dieses Problem zu finden.

Das Streuobstwiesenparadies soll erhalten bleiben – soviel ist klar. Deshalb arbeiten unter anderem die Bundestagsabgeordneten der CDU, Annette Widmann-Mauz und Michael Donth, an einer Lösung, wie die Region und vor allem die Kleinbrenner gestärkt werden können.

Hier gehe es darum ein Stück Kultur zu erhalten, auch in der Art und Weise wie wir Obst vermarkten, so Widmann-Mauz. Doch es müsse auch ein finanzieller Anreiz da sein, um so ein Geschäft am Laufen zu halten. Und der fehle eben, seit dem Wegfall des Branntweinmonopols.

Die beiden Politiker setzen sich deshalb für ein gemeinschaftliches Einmaischen und Brennen der verschiedenen Kleinbrenner ein.

Doch das ist leichter gesagt als getan: Momentan würden für diese Methode zu viele europarechtliche und steuerrechtliche Gründe angeführt werden, die gegen das gemeinsame Einmaischen stünden.

„Das geht derzeit aus rechtlichen Gründen eben nicht, weil das Recht noch darauf fußt, dass jeder der das Obst dann hat, auch dann für sich brennen lässt und das hat dann auch einen gewissen steuerlichen Vorteil. Und da versuchen wir jetzt einen Weg zu finden, dass es da mehr Flexibilität und die Möglichkeit zu neuen Wegen gibt" so Donth.

Und auch das Thema Kontrolle sei wichtig. Denn wenn der Zoll kontrolliert, müsse das Obst oder das jeweilige Produkt auch zuzuordnen sein. Genauso müsse kontrolliert werden, ob es sich nur um Obst handelt und keine anderen Produkte wie Zucker oder Marmelade hinzugefügt werden.

„Und diese Fragen wollen wir jetzt zusammen aufarbeiten. Wie kann man es kontrollieren und wie kann man es auch rechtlich darstellen, dass es weiterhin praktikabel ist? Und das der Staat zu seinem Recht kommt, dass auch Europa zu seinem Recht kommt - auch das werden wir noch abklären und dann mit diesem konkreten Vorschlag, erarbeitet von Praktikern und Juristen, gemeinsam aufs Ministerium zugehen" erklärt uns Donth.

Ein Konzept ist erarbeitet, nun gilt es dieses durchzusetzen, um letztendlich nicht nur die Kleinbrenner und die damit verbundene Vielfalt zu erhalten, sondern auch die schwäbische Streuobstlandschaft.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 17.07.18 - 16:53 Uhr   -   893 mal angesehen)
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