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Rottenburg am Neckar:

Plakataktion zum Gewerbegebiet Herdweg

Im März diesen Jahres stimmten zwei Drittel der Gemeinderäte in der Bischofsstadt für die Erschließung weiterer Wirtschaftsflächen. Gegen diese Entscheidung hat sich ein Aktionsbündnis gestellt und ein Bürgerentscheid erkämpft. Am 21. Oktober 2018 können die Bürger abstimmen.

Insgesamt vierhundert Plakate wie dieses hier, sowie zwölf Banner wurden gefertigt, um den Bürgerinnen und Bürgern in Rottenburg die Vorteile eines neuen, stadtnahen Gewerbegebiets nahe zu bringen. Oberbürgermeister Stephan Neher, der ein absoluter Befürworter des neuen Gewerbegebiets ist, packte deshalb auch tatkräftig mit an. Ab dem 17. September werden nämlich die Wahlbenachrichtigungen verschickt für den Bürgerentscheid am 21. Oktober.

"Wir müssen die Bürger gut informieren, um über das Thema abstimmen zu können. Mit dem Hintergrund, ob Rottenburg in Zukunft ein Gewerbegebiet braucht, diese Frage beantworten sehr viele mit Ja. Da ist dann immer so die Frage, wo der beste Standort ist. Und da hat sich der Gemeinderat über Jahre Gedanken gemacht und die Entscheidung getroffen, dass der Herdweg der richtige Standort ist, um ein Kernstadt-nahes Gewerbegebiet zu erhalten und wir werben dafür, dass diese Entscheidung des Gemeinderats beim Bürgerentscheid eine Bestätigung erfährt und deshalb die Bürger auffordern, beim Bürgerentscheid mit „Nein\" zu stimmen.", so Oberbürgermeister Neher.

Der Herdweg, der früher Galgenfeld hieß, wird momentan noch landwirtschaftlich genutzt. Das es da auch Gegner gibt – ist fast schon klar.

Andreas Lanio, Wirtschaftsförderer Rottenburg, sagt dazu: \"Natürlich ist Naturschutz auch ein wichtiges Thema, auch für uns. Und das Thema Flächenverbrauch wird auch kritisch gesehen und das zu Recht. Natürlich kann es nicht unser Ziel sein, dass wir die ganze Landwirtschaft zu betonieren, das wollen wir auch nicht. Aber es ist eine Abwägungsfrage, dass man natürlich auch Fläche braucht für Gewerbe und es ist ein relativ kleiner Einschnitt und wir reden bei dem Gewerbegebiet Herdweg um 0,2 Prozent der Gesamtfläche der Stadt, das es gilt für ein Gewerbe zu nutzen und das ist aus unserer Sicht vertretbar."

Also ein relativ kleiner Flächenverbrauch, der möglichst effizient und nachhaltig genutzt werden soll – das ist der Plan.

"Wir setzen in Rottenburg schon seit Jahrzehnten auf nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft, das heißt 50 Arbeitsplätze pro Hektar. Also es wird hier kein Flächenfrass vorangetrieben, sondern es wird sehr sehr zurückhaltend mit Flächen umgegangen und qualitativ die Betriebe in die Stadt gelockt.", so Stephan Neher weiter.

Vorteile des Gewerbegebiets seien neue Stadtnahe Arbeitsplätze, die unnötige Arbeitswege und Staus vermeiden würden. Somit bliebe mehr Zeit für die Freizeitgestaltung, betont Neher. Außerdem stünde Rottenburg auch als Wirtschaftsstandort nicht besonders gut da, so dass es durchaus einen Bedarf gäbe.

Andreas Lanio sieht es so: "Ja, Rottenburg hat, auch im Vergleich zu den Städten hier in der Region, relativ, da Nachholbedarf, deshalb ist es nötig, gerade auch einheimischen Unternehmen, die Flächen suchen, hier vor Ort auch expandieren zu können und nicht das sie ins Umland abwandern."

Inwieweit die Plakatierung zur Entscheidungsfindung beitragen wird und wie es mit dem Gebiet Herdweg weiter gehen wird, wird sich am 21. Oktober zeigen.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 11.09.18 - 16:48 Uhr   -   357 mal angesehen)
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