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Tübingen:

Sollten wir Politikern vertrauen?

Haben Sie Vertrauen in die Politik? Oder in die Wirtschaft? Und haben diese Bereiche unser Vertrauen überhaupt verdient? Diese Fragen hat sich auch Organisator der Aktion "Jahr des Vertrauens" Jürgen Wertheimer gestellt. In Zeiten von Fake-News und alternativen Fakten war es ihm ein Bedürfnis mit dieser Veranstaltungsreihe den Wert des Vertrauens im gesellschaftlichen Leben zu stärken. Zum Abschluss der Aktion wurde am Mittwochabend nach Tübingen eingeladen.

Ein Jahr lang haben Vertreter des Weltethos Institutes zusammen mit zahlreichen Partnern an verschiedenen Orten in Deutschland über Vertrauen diskutiert. Zum Ende dieser Aktion, hatten die Organisatoren zur Abschlussveranstaltung vom "Jahr des Vertrauens" nach Tübingen eingeladen. Das Thema: Politik und was Vertrauen in diesem Bereich für eine Bedeutung hat.

„Da wird getrickst, gelogen, geheuchelt, dass es nur so kracht. Aber man behauptet immer, Vertrauen sei wichtig oder Vertrauen ginge verloren. Was ist dran? Leben wir da in zwei Welten? Was denken wir Bürger darüber? Was denken die Politiker?" so Organisator Jürgen Wertheimer

Die Gäste sollten diese Fragen zusammen mit dem Publikum und dem Moderator erläutern. Einer von ihnen war der Tübinger Komiker, Zauberkünstler und Moderator Helge Thun. Neben den anderen Gästen, die Bekanntheit durch ihre Politik erlangt hatten, fiel er durch seinen etwas anderen Blick auf die Thematik auf.

„Es sind ja lauter Experten auf dem Podium - und eben ich. Ich hab mich ein bisschen kundig getan und mir ist eingefallen, in Schleswig Holstein, da wo ich aufgewachsen bin, gab es einen Lokalpolitiker, Fritz Latendorf und der hat das Vertrauen gewonnen, dass er, egal wo er hingegangen ist, Mettwürste verteilt hat. Das war sein Markenzeichen. Legendär bis heute" erzählt Helge Thun.

Ein weiterer Gast, Ernst von Weizsäcker war Mitglied des Bundestages und wurde von Moderator Bernd Villhauer als Lobbyist für eine bessere Welt eingeführt. Er ist im „Club of Rome" aktiv, einem Zusammenschluss von Experten aus mehr als 30 Ländern, der sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit einsetzt. Von Weizsäcker blickt besorgt auf die aktuelle Weltpolitik. Vertrauen sei etwas, von dem es aktuell zu wenig gebe.

„Und seit wir lügende Präsidenten haben, zum Beispiel in der USA, ist natürlich das Vertrauen in die Politik erst einmal in den Keller gesackt. Also Donald Trump hat eine Vertrauensbasis von weniger als 20% soviel ich weiß – weil die wissen, das er lügt" so Ernst von Weizsäcker.

Misstrauen würde die Menschen in die Hände von Populisten treiben. Das zeige sich auch in Deutschland, wo es, besonders im Osten sehr viel Misstrauen gegenüber der Politik gäbe, erklärte von Weizsäcker. In Ostdeutschland würden sich auch die meisten AfD-Wähler finden.

Ebenfalls auf dem Podium waren der CSU-Bürgermeister Richard Reischl, der sich gegen den Kurs seiner Partei in der Flüchtlingspolitik aussprach und Staatsrätin Gisela Erler, die aufzeigte, wie Winfried Kretschmann das Vertrauen der Wähler gewinnen konnte.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 08.11.18 - 16:54 Uhr   -   510 mal angesehen)
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