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Bischofskonferenz:

Kardinal Marx würdigt verstorbenen Kardinal Meisner als mutigen Kämpfer

Trauer und Betroffenheit nach dem Tod von Kardinal Joachim Meisner. Mit seinem Tod verliere die Kirche in Deutschland einen gläubigen Katholiken, der bis zuletzt Position bezogen habe zu seinen Überzeugungen, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.
Buch aufgeschlagen mit Kreuz

Meisners Frömmigkeit und theologische Argumentation hätten ihn immer beeindruckt, so Kardinal Reinhard Marx. Der Verstorbene sei ein mutiger Kämpfer gewesen. "Er war bereit, öffentlich anzuecken und hielt mit seiner Meinung nicht zurück. Gerade die Erfahrungen in der früheren DDR machten ihn zu einem unverzagten Kämpfer für den Glauben", so Marx, und weiter:

"Der Verstorbene hat aufopferungsvoll die katholische Kirche im geteilten Deutschland geprägt. Dabei denke ich an seine Zeit als Weihbischof in Erfurt und dann an die Jahre als Bischof von Berlin. Insbesondere in der DDR wollte er den Katholiken Christus verkünden und eine Perspektive bieten. Mit seinem Talent zur Sprache konnte er auch als Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz viel bewirken. Dabei hielt er sich in der DDR immer auf Distanz zu den Mächtigen, weil ihm die Freiheit des Glaubens wichtiger war.

Sein Wahlspruch ‚Spes nostra firma – Unsere Hoffnung für Euch steht fest' steht für seinen unermüdlichen Einsatz, den Menschen Hoffnung zu geben. Als Erzbischof von Köln und Kardinal der Weltkirche hat Kardinal Meisner 25 Jahre lang das Erzbistum Köln geprägt. Mit der Vereinigung der Berliner Ordinarienkonferenz mit der Deutschen Bischofskonferenz im Jahre 1990 gelang eine weitere Form der Wiedervereinigung. Unermüdlich und mit großem Engagement hat sich Kardinal Meisner in die Arbeit der Deutschen Bischofskonferenz eingebracht. Ich erinnere an seinen langjährigen Vorsitz der Liturgiekommission und den engagierten Vorsitz der Unterkommission für Mittel- und Osteuropa der Deutschen Bischofskonferenz und sein Engagement für die Solidaritätsaktion Renovabis. Unvergessen ist der Einsatz von Kardinal Meisner für den Weltjugendtag 2005 in Köln und für den Besuch von Papst Benedikt XVI. Dieses Glaubensfest wirkt in der Kirche Deutschlands bis heute nach.

Kardinal Meisner verstand sein Amt als Dienst für Gott und die Kirche. So hat er stets engagiert seine Botschaft verkündet. Unvergessen ist sein Talent mitreißender Predigten und pointierter Vorträge. Weltkirchlich wirkte er in verschiedenen Funktionen in Rom bis in sein hohes Alter mit. Von uns geht ein Seelsorger und Hirte, ein Bischof und Prediger, der für uns in lebhafter Erinnerung bleibt. Seine Frömmigkeit und sein Wunsch, in der Eucharistie und im Gebet Gott zu begegnen, haben sein Leben geprägt.

In dieser Stunde des Abschieds gilt unser Mitgefühl den Gläubigen des Erzbistums Köln und jenen Menschen, die dem Verstorbenen besonders nahe waren, Menschen, die mit ihm Jahre lang Hand in Hand gearbeitet haben und die ihm zum Freund geworden sind.

Wir deutschen Bischöfe sind zutiefst dankbar für seinen vielfältigen und engagierten Einsatz. Persönlich möchte ich sagen, dass mich seine Leidenschaft für die Botschaft Christi einzutreten, immer inspiriert hat. Dafür bin ich ihm über den Tod hinaus dankbar."

Im Jahr 1933 in Breslau geboren, erlebte Joachim Meisner den Krieg aus nächster Nähe mit. Seine Familie musste nach Thüringen flüchten, wo er 1956 das Abitur nachholte um Theologie und Philosophie in Erfurt studieren zu können. Dort erhielt er kurz nach dem Ende des Studiums im Jahr 1962 die Priesterweihe und promovierte 1969 zum Doktor der Theologie in Rom.

(Zuletzt geändert: Mittwoch, 05.07.17 - 17:10 Uhr   -   959 mal angesehen)
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