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Geoblocking eingeschränkt:

Europaparlament stimmt für grenzenlose Film- und Serien-Abos

Europäer können ihre Online-Abonnements für Filme und Serien bald auch bei Reisen im EU-Ausland nutzen. Das EU-Parlament hat das so genannte Geoblocking eingeschränkt.
Brüssel EU-Parlament Plenarsaal

EU-Bürger, die ein anderes EU-Land besuchen, werden dort oft daran gehindert, auf Online-Inhalte, für die sie in ihrem Heimatland Abonnementgebühren bezahlen, zuzugreifen. Nun können sie bald Serien und Filme aus ihren Online-Videotheken Abos ohne Geoblocking im Ausland streamen.

Die neue Verordnung bietet den Verbrauchern die Möglichkeit, Online-Inhaltedienste, die sie in ihrem Heimatland abonniert oder gekauft haben, auch dann zu nutzen, wenn sie vorübergehend in einem anderen EU-Mitgliedstaat sind. Sie müssen also künftig im Urlaub, bei Geschäfts- oder Studienaufenthalten im EU-Ausland nicht mehr auf ihre Online-Abonnements für Filme, Sportereignisse, Musik, E-Books oder Videospiele verzichten.

Der Berichterstatter des EU-Parlaments, Jean-Marie Cavada (ALDE) aus Frankreich, hebt die Vorteile der neuen Bestimmungen hervor: "Wenn Sie etwa in Deutschland leben, aber verreisen oder Ihre Familie besuchen oder in Spanien arbeiten, haben Sie auf Ihre in Deutschland abonnierten Dienste in jedem anderen Land der EU Zugriff, weil die Regelung EU-weit gilt."

Anbieter von Online-Inhaltediensten erhalten die Möglichkeit, das Wohnsitzland der Abonnenten zu überprüfen. Das EU-Parlament hat gefordert, dass entsprechende Schutzmaßnahmen in die Verordnung aufgenommen werden, um sicherzustellen, dass der Datenschutz und die Privatsphäre im Zuge des Prüfprozesses auch respektiert werden.

Die Verordnung wird in der ersten Jahreshälfte 2018 in Kraft treten. Sie wird auch für bereits laufende Abonnements gelten.

Die neue Verordnung erlaubt den Verbrauchern, die Dienste, für die sie bezahlt haben, in der ganzen EU zu nutzen. Gleichzeitig wird die Verordnung voraussichtlich auch gegen Online-Piraterie wirken, da der Zugang zu rechtmäßig erworbenen Inhalten gefördert wird.

Nach Angaben der Europäischen Rundfunkunion (EBU) haben im Jahr 2016 rund 11 Prozent aller europäischen Haushalte einen Video-On-Demand-Dienst abonniert. Schätzungen zufolge wird sich dieser Prozentsatz bis 2020 verdoppeln.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 18.05.17 - 13:10 Uhr   -   1346 mal angesehen)
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