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New Jersey / Montserrat:

Eine der weltweit gefährdetsten Arten - Berghuhnfrosch-Nachzuchten in der Karibik ausgewildert

DURRELL WILDLIFE CONSERVATION TRUST - Einundfünfzig nachgezüchtete Berghuhnfrösche sind in diesem Sommer auf der Karibik-Insel Montserrat in die Freiheit entlassen worden. Der Berghuhnfrosch (Leptodactylus fallax) lebt ausschließlich auf den karibischen Inseln Montserrat und Dominika. Die Froschart ist extrem gefährdet. Das Auswildern der Berghuhnfrösche war möglich, nachdem ein internationales Zucht- und Rettungsprogramm zu erfolgreichen Nachzuchten im Londoner Zoo (ZSL) geführt hatte.

Die Bezeichnung "Mountain Chicken Frog" , übersetzt "Berghuhnfrosch" wird von der lokalen Bevölkerung verwendet, bei der der bis zu 21 cm lange Frosch als Hühnchen-Ersatz auch auf dem Speisezettel steht. International ist die Spezies auch unter dem Namen "Giant Ditch Frog" bekannt.

Auf den Karibik-Inseln Guadeloupe, Martinique, Saint Kitts and Nevis ist der Berghuhnfrosch bereits ausgestorben.

Internationale Partnerschaft dreier Zoos

Das Berghuhnfrosch-Wiederansiedlungsprogramm ist eine Partnerschaft zwischen dem Durrel Wildlife Conservation Trust, der Zoologischen Gesellschaft von London, der nordenglischen Zoologischen Gesellschaft Chester Zoo, der Nordarche und den Regierungen von Montserrat und Dominika.

Die Berghuhnfrosch-Population war in den Jahren vor 2009  insbesondere durch die Ausbreitung des Pilzes Chytrid fungus, und des Bakteriums Batrachochytrium dendrobatidis dezimiert worden.

Im Angesicht der sehr realen Gefahr eines Aussterbens der bedrohten Froschart, hatten die Naturschützer befürchtet, dass der Berghuhnfrosch auf den karibischen Inseln bereits ausgelöscht wurde. Naturschützer  bezeichneten die Wiederansiedlung  als großer Schritt nach vorne für die Amphibien. 

Eine der größten Froscharten auf unserem Planeten

Als eine der größten Froscharten unseres Planeten erhöht sich durch die Freilassung nicht nur die Zahl der gesunden Individuen in freier Wildbahn beträchtlich:

Zusätzlich wird die Aktion den Naturschützern des Durrell Wildlife Conservation Trust und der Zoologischen Gesellschaft von London (ZSL) helfen, mehr über das Verhalten der Frösche in freier Wildbahn, sowie über die Krankeitsdynamik dieser Art zu lernen.

Die freigelassenen Frösche sind mit Peilsendern ausgestattet und stehen unter Beobachtung, um weitere Informationen zu gewinnen, die für zukünftige Schutzanstrengungen hilfreich sein können.

Pilzbefall und Habitatsverlust - Froschart kurz vor ihrem Erlöschen

Im Jahr 2009 hatten Naturschützer von ZSL Zoo im London und von Durrell berichtet, dass die Wildpopulation der Berghuhnfrösche in Montserrat krankheitsbedingt stark gesunken war. Um die Zukunft der Art zu sichern, sei schnelles Handeln nötig gewesen:

Eine kleine Population der letzten noch existierenden, gesunden Frösche war in einer dramatischen Rettungsaktion auf dem Luftweg aus Montserrat gerettet worden.

Dramatische Luftrettungsaktion der letzten gesunden Exemplare

Die geretteten Frösche waren auf drei extra für diesen Zweck eingerichtete Zentren im Londoner Zoo, zu Durrell in Jersey und zum Parken Zoo in Schweden verteilt worden. Die 51 geretteten Frösche wurden so zu den Grunden des Erhaltungszuchtprogramms, das eingerichtet wurde, um eine gesunde Population der Tiere zu etablieren. Die Art wäre nach Ansicht der Artenschützer durch die Pilzkrankheit sonst zweifellos zerstört worden.

Ein Jahr später, 2010, waren zudem große Teile des Berghuhnfrosch-Habitats auf der Karibikinsel Montserrat durch einen Vulkanausbruch schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

Zwei Froschweibchen zeugen 76 Nachkommen

Das Zuchtprogramm mündete in einen, so die Artenschützer, unglaublichen Erfolg: Zwei Froschweibchen am Londoner ZSL-Zoo brachten im Jahr 2012  insgesamt 76 Nachkommen hervor. Eine Gruppe der kostbaren Frösche wurde dann in Durrell und im Londoner ZSL Zoo aufgezogen, bevor die Art zurück in die Karibik gebracht und in einem bewaldeten Schutzgebiet der Insel freigelassen wurden.

Ben Tapley, Leiter der Herpetologie am ZSL Zoo London sagte: "Berghuhnfrösche sind eines der am meist gefähredeten Tiere auf diesem Planeten - sie sind nicht nur durch den Verlust von Lebensraum bedroht, sondern ihre Zahl purzelte auch durch die für Amphibien weltweit meist zerstörerischen Krankheit herunter.

Tapley sagte weiter: "Die geretteten Frösche und ihre Nachkommen werden in einer bio-sicheren, temperatur-kontrollierten Zuchteinheit am ZSL London Zoo gehalten. So kann ein sauberer Gesundheitszustand sichergestellt werden, bevor sie ihn ihr natürliches Habitat in der Karibik zurückgebracht werden."

Freilassung ist Höhepunkt von vier Jahren Arbeit

Jeff Dawesonn, der Leiter des Durrell Amphibien-Programms, sagte dazu: "Die jetzige Freilassung in Montserrat ist der Höhepunkt unseres vier Jahre dauernden Berghunfrosch-Projektes auf der Insel. Und das Team von Durrell und die Umweltabteilung haben während der letzten neun Wochen unermüdlich gearbeitet, um die freigelassenen Frösche per radio tracking zu verfolgen. 

Die gesammelten Daten werden unserem Verständnis rund um die Dynamik dieser Krankheit helfen, und das wird entscheidend sein, in welche Richtung wir die zukünftigen Schutzmaßnahmen für diese erstaunliche Art lenken werden."

Um den Freilassungserfolg zu feiern und die zukünftig notwendigen Schutzmaßnahmen für diese Amphibien gebührend zu würdigen, hatten Durrell und der ZSL Zoo London den Samstag, 13. September 2014 zum internationalen Berghuhnfroschtag erklärt. 

Artenschützer Gerald Durrell gründet Trust

Der Durrell Wildilfe Conservation Trust wurde von dem Schriftsteller und Naturschützer Gerald Durrell unter dem Namen "Jersey Wildlife Preservation Trust" gegründet. Der Trust ist weltweit in Artenschutzprogrammen tätig.

Jugend auf Korfu - Entscheidende Impulse

Durrell wuchs mit mehreren Geschwistern auf der griechischen Insel Korfu auf und schrieb später mehrere Bücher über seine Jugend auf Korfu, wo seine spätere Laufbahn als Naturforscher und Zoologe entscheidende Impulse erhielt.

Bekannt geworden ist insbesondere sein Buch: "Meine Familie und anderes Getier". Gerald Durrell ist zudem der Bruder des englischen Schriftstellers Lawrence Durrell  ("Schwarze Oliven").

Vom Tierfänger zum Artenschützer

Durrell war nach einer Ausbildung zum Tierpfleger als Tierfänger in Kamerun und weltweit tätig, bevor er beschloss, sein Leben dem Artenschutz zu widmen. Dazu gründete er auf der Englischen Kanalinsel Jersey den heute noch bestehenden Zoo, der sich bald weltweiten Artenschutzprojekten widmete. 

Nach Durrells Tod wurde der Zoll in "Durrell Wildlife Preservation Trust" umbenannt. Dem Trust steht heute seine zweite Frau, Dr. Lee Durrell, als Ehren-Direktorin vor. Lee Durrell ist außerdem Chairman im Board of Trustees. 

Spenden und Unterstützung für den Durrell Wildlife Preservation Trust

Der Durrell Wildlife Preservation Trust finanziert sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen.

Weitere Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten durch Spenden, Tierpatenschaften und Mitgliedsbeiträgen gibt es auf dieser Homepage!

Ein Artikel auf spenden.net- Ihrem Online-Portal für Helfen - Spenden - Charity.

Und auf Prometheus.tv - Ihrem Online-Portal für Wissenschaft - Natur - Forschung.

(Zuletzt geändert: Montag, 27.10.14 - 21:22 Uhr   -   1850 mal angesehen)
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