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Tübingen:

Garten der Hoffnung - Wie das Bestattungsunternehmen Rilling und Partner die Corona-Krise erlebt

New York ist eines der Epizentren der Corona-Pandemie. In den vergangenen Monaten hatten Bestattungsunternehmen dort Schwierigkeiten, jedem Verstorbenen einen angemessenen Abschied zu bieten. In Tübingen sieht es da glücklicherweise anders aus. Hier ist ein würdevoller Abschied noch immer möglich, allerdings hat sich das Abschiednehmen durch die Corona-Pandemie verändert.

Wenn ein Mensch stirbt, dann wollen die Angehörigen gemeinsam von diesem Menschen Abschied nehmen. Gemeinsamkeit ist aber genau das, was eingedämmt werden soll, um das Coronavirus daran zu hindern, sich weiter auszubreiten. Das Bestattungsunternehmen Rilling und Partner aus Tübingen versucht trotz allem Gemeinsamkeit herzustellen – so gut wie es eben möglich ist.

Alle Trauerfeiern werden derzeit im Freien abgehalten, erklärt Markus Höhn, Geschäftsführer von Rilling und Partner. Teilnehmen dürfen bis zu 50 Personen, die alle auf einer Anwesenheitsliste vermerkt werden müssen.

Um solche Trauerfeiern im Freien zu ermöglichen, hat das Unternehmen den "Garten der Hoffnung" geschaffen. Ziel war es, einen ruhigen und wohltuenden Ort zu kreieren, wo die Menschen beisammen sein können und es dennoch möglich ist, die Abstands – und Hygieneregeln einzuhalten.

Bisher gab es für solche Trauerfeiern immer das Haus des Übergangs, wo bis zu 70 Personen Platz hatten. Dieses musste aber geschlossen werden. Zum gleichen Zeitpunkt habe das Unternehmen glücklicherweise einen Garten für sein Café eingerichtet, der nun für die Trauerfeiern genutzt wird, so Höhn. Der Name "Garten der Hoffnung" wurde laut Höhn gewählt, um daran zu erinnern, dass es auch eine Zeit nach Corona bzw. nach dem Tod gibt.

Die Angehörigen können also noch immer Abschied nehmen. Früher saßen sie dicht nebeneinander, heute muss Markus Höhn darauf achten, dass zwischen den Stühlen auch genug Abstand ist. Die Art des Abschiedes hat sich etwas verändert - aber wie ist es eigentlich mit der Anzahl der Abschiede? In Tübingen gebe es bislang keine erhöhten Sterbefallzahlen. Erst am Ende des Jahres werde sich zeigen, ob insgesamt mehr Menschen als sonst verstorben sind, erklärt Höhn.

Laut dem Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens hatten seine Mitarbeiter im März 2019 sogar mehr zu tun als im März diesen Jahres. Es bleibt also nur zu hoffen, dass die Bestatter in Deutschland durch die Corona-Pandemie nicht überlastet werden und Bilder wie die aus Italien oder aus den Vereinigten Staaten hier nicht entstehen.

(Mittwoch, 03.06.20 - 16:28 Uhr   -   1345 mal angesehen)