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Gönningen:

15. Gönninger Tulpenblüte

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts spielt die Tulpe in Gönningen eine wichtige Rolle. Knapp die Hälfte der Einwohner verkaufte damals Samen und Blumenzwiebeln in Europa und Amerika. Und in den heimischen Gärten und auf Gräbern entwickelte sich ein wahrer Wettstreit um die schönste Blumenpracht. Diese Blütenpracht ist auch heute noch jedes Jahr zu bewundern. Der Höhepunkt der Gönninger Tulpenblüte ist der 1. Tulpensonntag.

Die Tulpe ist ein Symbol für den Frühling. Im 17. Jahrhundert wardie Pflanze  in Holland  zeitweise sogar wertvoller als Gold. Aufgrund ihrer Geschichte als Handelsware steht die Tulpe seitdem nicht nur für Liebe und Zuneigung, sondern auch für Vergänglichkeit und Leichtsinn. Seit vielen Jahren verbinden die Menschen in der Region die Tulpe aber nicht nur mit den Niederlanden, sondern auch mit dem kleinen Ort Gönningen. Denn jedes Jahr verwandelt sich das Dorf in ein Wallfahrtsort für Tulpen- und Blumenfreunde.

Aufgrund des nicht ganz so frühlingshaften Wetters eröffneten die Gönninger Bezirksbürgermeisterin Christel Pahl und der Reutlinger Oberbürgermeister Thomas Keck in der evangelischen Kirche die 15. „Gönninger Tulpenblüte". Doch wie kam es eigentlich zu Wiederbelebung dieser alten Tradition?

Dr. Margarete Walliser, Gönninger Tulpenblüten e.V: "Es war eine Wiederbelebung vom damaligen Bezirksbürgermeister, der Kirchen und einigen Bürgern. Die Idee war, dass die 150 Jahre alte Tradition wieder aufgelebt werden muss und so die Gönninger Geschichte wieder lebendig werden zu lassen"

Liebevoll schmücken Ehrenamtliche und Bürger ihren Ort mit den allerschönsten Blumenkompositionen. Auch das Ausschmücken an ausgewählten Orten sowie der eigenen Gärten ist Tradition im Dorf. Denn bereits die Samenhändler, die weltweit unterwegs waren, taten dies. Durch den Handel sind nämlich viele Bürger reich geworden und diese wollten auch ihren Reichtum öffentlich zeigen. Die Gönninger haben ihr Dorf vor über 100 Jahren so atemberaubend geschmückt, dass sogar die damalige württembergische Königin Charlotte den Weg dorthin gefunden hat. Den Anfang des Samenhandels ist in die Zeit um 1650 anzusetzen.

"Es begann nach dem 30 jährigen Krieg, als es den Gönningern wie vielen anderen Menschen in Deutschland sehr schlecht ging. Sie hatten nix zu essen und mussten herumwandern, um Broterwerb zu machen. Sie fingen mit Dörrobst an, man hatte wenigstens Obst hier und damit sind sie auf Reisen gegangen. Dann hatten sie den Samen als Handelsware erkannt und waren pfiffig, dass man daraus etwas machen könnte", so Dr. Margarete Walliser.

Viele Besucher aus der Region und darüber hinaus strömen jedes Jahr ab Mitte April nach Gönningen, um sich an der Farbenpracht zu erfreuen. Besonders die kreativen Tulpenkompositionen auf dem Friedhof ziehen die Besucher an.

Im Rahmen des ersten Tulpensonntags gab es außerdem einen Frühlings-und Künstlermarkt. Hier boten etliche Händler die unterschiedlichsten Waren an und trotzten ebenso wie die vielen Besucher an diesem Tag dem kalten Wetter. Aber ab Montag soll ja wieder der Frühling zurückkommen und dann kommt noch vielleicht die eine oder andere Tulpe zum Vorschein.

(Zuletzt geändert: Sonntag, 14.04.19 - 15:59 Uhr   -   806 mal angesehen)
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