Gedenken | Bildquelle: RTF.1

Gomadingen:

Landtagspräsidentin Muhterem Aras besucht Grafeneck

Stand: 27.01.20 17:06 Uhr

Am heutigen Montag lud der baden-württembergische Landtag zur Gedenkstunde an die Opfer des des Nationalsozialismus auf dem Gelände der Gedenkstätte Grafeneck bei Gomadingen. Die Landtagspräsidentin Muhterem Aras betonte in ihrer Rede, Gedenken sei gelebter Widerstand gegen Menschenfeindlichkeit.


Auf Einladung des baden-württembergischen Landtages waren heute viele Gäste zur Gedenkstätte Grafeneck gekommen. Das die Gedenkstunde des Landtages dieses Jahr hier abgehalten wurde, war Landtagspräsidentin Muhterem Aras ein besonderes Anliegen.

Im Jahr 1940 wurden in der Tötungsanstalt Grafeneck systematische Krankenmorde an Menschen mit Behinderung aus Bayern, Baden, Württemberg und Hessen verübt.

Der Vorsitzende des Gedenkstättenvereins Grafeneck e.V. Mike Münzing begrüßte den Besuch der Landtagsmitglieder. Als Aufgabe seines Vereins sieht er das Gedenken am Leben zu halten und den Opfern von Grafeneck ihre Namen zurückzugeben. 

Das die Landesregierung die Erinnerungs- und Bildungsarbeit in Grafeneck und dem dazugehörigen Dokumentationszentrum finanziell unterstützen will, begründete Aras wie folgt: "Weil es keinen Schlussstrich unter diesem schwarzen Kapitel der deutschen Geschichte geben darf - niemals. 

Neben der Rede der Grünen-Politikerin, trugen Münsinger Schüler Briefe Angehöriger der Opfer der Anstalt vor. Darüber hinaus gab es auf Basis dieser Briefe eine szenische Lesung zweier Schauspieler, die Reutlinger Landrat Thomas Reumann sehr beeindruckte. Reumann erklärte, dass eine seien die historischen Fakten und deren Einordnung, aber szenische Darstellungen würden die teils vergessenen Opfer des Nationalsozialismus wieder aufleben lassen.   

Die Lebensgeschichten der Opfer des Nationalsozialismus wieder aufleben zu lassen, um ihnen zu gedenken, aber insbesondere um aus der Vergangenheit zu lernen. Das sieht Landtagspräsidentin Aras als eine wichtige politische und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gedenken sei, in Zeiten in denen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus um sich griffen, hochaktuell.

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