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Ergebnisse der Kinderstudie führen zur Rückkehr an Grundschule und Kita

Ab dem 29. Juni können alle Kinder wieder vollumfänglich zurück in die Grundschule und in Kindertageseinrichtungen, das teilte Kultusministerin Eisenmann heute in Stuttgart mit. Die Abstandsregeln werden hierfür aufgehoben, allerdings müssen andere Pandemiebedingungen berücksichtigt werden. Ermöglicht wird diese Rückkehr auch durch die ersten Ergebnisse der vom Land in Auftrag gegebene Kinderstudie.

Vor acht Wochen hatte die Landesregierung eine Screening-Studie, die sogenannte Kinderstudie, in Auftrag gegeben, an der sich die vier Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm beteiligt haben. Dabei untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insgesamt 2500 Kinder mit jeweils einem Elternteil, also insgesamt 5000 Studienteilnehmer.

Aus Gründen der Dringlichkeit wurden die Ergebnisse bereits vor der eigentlichen Veröffentlichung der Studie heute vorgestellt, da sich bereits klare Tendenzen ableiten lassen. So habe sich gezeigt, im Einklang mit weiteren Studien aus dem In- und Ausland, dass Kinder kein besonderer Treiber des Infektionsgeschehens darstellen, erklärte Ministerpräsident Kretschmann.

Anders als etwa bei der Influenza, bei denen insbesondere jüngere Kinder, den Virus stark verbreiten, verläuft der Corona-Virus bei Kindern unter zehn Jahren deutlich anders, als bei Erwachsenen. Der Ärztliche Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Ulm, Prof. Klaus-Michael Debatin, erklärte unter anderem, dass der Virus bei Kindern bereits schon beim Eintritt im Nasen-Rachen-Raum bekämpft würde und so oftmals gar nicht erst die Lunge erreiche, was die geringeren schweren Verläufe erkläre. Außerdem hätten sie auch stärkere Abwehrzellen.

Trotzdem würden auch Kinder nach wie vor am Corona-Virus erkranken, eben nur deutlich weniger und weniger schlimm. Sie deshalb nicht in die Kita oder Schule zu schicken, heiße aber nicht automatisch, dass sich die Kinder dadurch weniger anstecken.

„Wir können eindeutig sagen, dass keine häufigeren Infektionen bei Kindern in Notbetreuung waren, wenn überhaupt dann eher bei denen, die nicht in der Notbetreuung waren", erklärte Prof. Hand-Georg Kräusslich vom Zentrum für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg.

Durch die Ergebnisse der Kinderstudie war es dem Kultusministerium jetzt möglich, die vierte Phase zur Rückkehr an Schulen einzuleiten. Und die sieht einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen vor. Die Abstandregeln werden dabei in Kitas und Grundschulen aufgehoben. Dafür setze man auf feste Gruppen in Kitas und Grundschulen. Eine Durchmischung dieser Gruppen müsse vermieden werden, betonte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann.

Um die Betreuung zu gewährleisten, werde für ein Jahr ein Höchstmaß an Flexibilität geboten, so die Kultusministerin weiter. So könnten beispielsweise andere Räume für die Gruppenbetreuung in Kitas genutzt oder FSJler bei Personalmangel eingesetzt werden.

Bis zu den Sommerferien gelte aber: Gesundheitsschutz vor Schulpflicht. Wer aus Angst sein Kind nicht in die Grundschule schicken will, könne auch weiterhin auf Fernunterricht zurückgreifen.

In der nächsten Woche wolle man außerdem ein neues Konzept für Testungen der Lehrkörper vorstellen, um ihnen ausreichende Sicherheit zu bieten. Bei allen Lockerungen, befänden wir uns nach wie vor in einem Infektionsgeschehen, so Eisenmann.

Die kompletten vorläufigen Ergebnisse der Kinderstudie finden Sie hier.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 16.06.20 - 17:27 Uhr   -   818 mal angesehen)
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