Bundesweite Antikörperstudie | Bildquelle: RTF.1

Landkreis Reutlingen/Deutschland:

Start der bundesweiten Antikörperstudie in Reutlingen

Stand: 03.07.20 16:10 Uhr

Das Corona-Virus beschäftigt uns auch weiterhin und jede Meldung über neue Fortschritte bei der Impfstoffsuche machen Hoffnung auf ein normales Leben. Doch auf was fußen beispielsweise die Maßnahmen gegen die Virusverbreitung. Helfen soll jetzt eine bundesweite Studie des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, die durch ihre Forschungsergebnisse eine Grundlage für Handlungsempfehlungen schaffen soll. Am Freitag startete in Reutlingen die Studie mit Unterstützung der Johanniter, des Landkreises Reutlingen und der Stadt Reutlingen.


Die ersten der insgesamt 3000 Probanden machten sich am Freitag auf zum alten Paketpostzentrum in Reutlingen, um sich auf Antikörper testen zu lassen. Der Landkreis Reutlingen ist einer von zehn Pilotregionen in Deutschland, in dem die Einwohner getestet werden. Das Ziel der Studie soll es sein Aufschluss zu bekommen, wie weit das Virus verbreitet und wie hoch eine entsprechende Immunität ist.

Prof. Dr. Gérard Krause, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung: "Das Prinzip ist, dass wir in mehreren Städten mit derselben Methode nach dem Zufallsprinzip die Einwohner einladen, repräsentativ für die gesamte Bevölkerung ist. Und dann wird diesen Personen eine kleine Menge Blut abgenommen und dann auf Antikörper getestet – Antikörper gegen CoVid 19 und andere Viren. Und auf dieser Basis können wir dann auswerten, welche Regionen besonders betroffen sind und da wir in einigen Städten mehrmals kommen, können wir sehen wie sich die Situation über die Zeit hin verändert."

Sollten bei dem einen oder anderen Probanden Antikörper festgestellt werden, bedeutet dies nicht automatisch eine Infektion der Person. Das Ergebnis ist lediglich ein Hinweis, dass die Person in irgendeiner Form Kontakt mit dem Virus hatte und der eigene Körper sich an diesem Virus abgearbeitet hat.

Dass der Landkreis Reutlingen als Pilotregion ausgewählt worden ist, sehen sowohl der Reutlinger Oberbürgermeister Thomas Keck als auch der Reutlinger Landrat Thomas Reumann als große Ehre an.Thomas Reumann, Landrat Reutlingen: "Zum einen gibt es eine enge Verknüpfung vom Helmholtz-Zentrum und dem NMI, die unter anderem diesen Antikörpertest mitentwickelt haben und zum anderen ist der Landkreis Reutlingen schon etwas besonderes: wir haben auf der einen Seite starke ländlich geprägte Regionen und zum anderen auch städtische Verdichtungsregionen. Und auf die Frage ist die Pandemie eher ein ländliches oder eher städtisches Problem und welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen."

Das Testzentrum steht auf dem Gelände des alten Paketpostzentrums im Zentrum der Stadt. Die Stadtverwaltung unterstützt dieses Projekt logistisch und stellt den Platz kostenlos zur Verfügung.

Thomas Keck, Oberbürgermeister Reutlingen: "Mir war es ein persönliches Anliegen, es mitten in der Stadt und nicht am Rande auf einem staubigen Platz. Wir müssen mit Corona leben, wahrscheinlich sehr sehr lange. Und ich will sehen, dass die Bürger mitbekommen, dass wir etwas unternehmen und deshalb war es mir ein Anliegen, das Testzentrum hier in der Stadt zu platzieren. Und da bietet sich dieser Platz gerade zu an."

Die Testphase soll in den nächsten vier Wochen abgeschlossen sein und es ist angedacht, im November ein zweites Mal in derselben Größenordnung zu testen. Danach werden die Resultate zu wissenschaftlichen Zwecken analysiert, so dass es insgesamt ein Jahr dauern wird bis das Studienergebnis veröffentlicht wird.

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