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Baden-Württemberg :

„Lockdown-Light“ beschlossen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben am Mittwoch weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen. Die Maßnahmen werden auch als „Lockdown-Light“ betitelt, denn während Gastronomie, Hotellerie und die Unterhaltungs- und Freizeitbranche schließen müssen, bleiben Kitas, Schulen und der Einzelhandel weitgehend geöffnet. Was sich ab kommenden Montag noch ändert, erfahren Sie jetzt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Viele Betriebe, die nun schließen müssten, hätten gute Hygienekonzepte vorgelegt, doch mittlerweile sei das Infektionsgeschehen derart konfus, dass man die Ansteckungsherde nicht mehr eindeutig nachvollziehen könne.

Das exponentielle Wachstum der Infektionen sei dramatisch – eine konsequente Reaktion darauf unvermeidbar.

Wie schnell das gehen kann, sehe man auch an den Nachbarländern, betont der baden-württembergische Ministerpräsident: so können Holland und Tschechien schon jetzt nicht mehr ihre Coronapatienten selbst behandeln. In Belgien müssen sich mit Corona infizierte Ärzte um Covid-Kranke kümmern, weil das Personal knapp sei. Und in Warschau werde das Fußballstadion zur Coronaklinik umfunktioniert.

Bei uns würde sich die Zahl der Erkrankten in Intensivstationen alle acht Tage verdoppeln. Wenn diese Entwicklung nicht gebremst werde, dann seien die Intensivstationen in Deutschland bis zum Nikolaustag voll. Die nun beschlossenen Maßnahmen gelten Deutschlandweit ab Montag.

Neben den Schließungen von Gastronomie, Hotellerie und Freizeiteinrichtungen werden auch Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios geschlossen.

Mit einem Gesamtvolumen von 10 Milliarden Euro werden für kleinere Unternehmen bis 50 Mitarbeiter 75% der Umsätze des Vorjahresmonats erstattet. Die genauen Hilfen auch für größere Unternehmen und Solo-Selbstständige werden in den kommenden Tagen bekannt gegeben.

Private Treffen werden auf zwei Haushalte beschränkt, mit maximal zehn Personen.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Tourismusminister Guido Wolf betonten, dass ohne die angekündigten Ausfallprämie tausenden Betrieben unverschuldet das Aus drohe.

Der Intendant des Landestheaters in Tübingen, Thorsten Weckherlin, kritisierte die neuen Beschlüsse scharf. In einer Pressemitteilung betonte er, dass das Theater zweitrangig in der Gesellschaft werden würde, wenn es so weitergehe und bisher bundesweit kein einziges Theater ein Corona-Hotspot gewesen wäre.

Auch von der Opposition im Stuttgarter Landtag hagelt es Kritik. So betont der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Hans-Ulrich Rülke, dass die Regierung mit dem neuen Lockdown einen tragisch falschen Weg beschreite und betont, dass die Einschränkungen die Falschen treffen würden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte dazu am Donnerstagmorgen im Bundestag: "So viele Hygienekonzepte wurden erarbeitet und die Betroffenen fragen sich, soll das alles sinnlos gewesen sein? Nein, das war es nicht und diese Konzepte werden auch wieder gebraucht werden, aber im Gegenwärtigen exponentiellen Infektionsgeschehen können diese Hygienekonzepte ihre Kraft nicht mehr entfalten."

Mit den beschlossenen Maßnahmen sollen Kontakte schnell und massiv reduziert werden, sodass sich die Situation bis Weihnachten vielleicht wieder etwas entspannt hat, um dann mit der Familie zusammenkommen zu können.

Der angekündigte Lockdown Light soll bis zum 30. November gehen, in zwei Wochen wolle man sich aber noch einmal beraten und die Wirkung der Maßnahmen prüfen.

(Zuletzt geändert: Freitag, 30.10.20 - 09:38 Uhr   -   711 mal angesehen)
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