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Reutlingen:

Optimistisch trotz schlechter Finanzlage - Oberbürgermeister Thomas Keck im Interview

Das Jahr 2020 traf Reutlingen sehr hart - nicht nur wegen der Coronakrise gestaltet sich die finanzielle Lage schlecht, sondern auch der Strukturwandel trägt seinen Teil dazu bei.

Dennoch blickt Oberbürgermeister Thomas Keck optimistisch in die Zukunft. Im Rahmen unserer Jahresrückblicke erzählt er uns von seinen großen Plänen für die Achalmstadt. Die finanzielle Situation der Stadt Reutlingen ist die schlechteste seit Kriegsende. Das betonte Oberbürgermeister Thomas Keck in unserem Jahresrückblick. Daran trage allerdings nicht nur die Pandemie Schuld. Es habe auch schon vor der Pandemie ein Defizit  von 17 Millionen Euro von Gewerbesteuereinbrüche in der, bisher starken,  Automobil- und Zulieferindustrie gegeben. Deshalb müsse die Stadt nun deutlich sparen: und zwar 16 Millionen Euro in diesem Jahr, und in den nächsten beiden Jahren jeweils mehr als 20 Millionen Euro. Das sei gewaltig, so der Oberbürgermeister. 2020 war in der Achalmstadt, das Jahr des INNOPORT. Das Innovationszentrum auf dem ehemaligen Willi-Betz-Areal soll als Treffpunkt für Start-Ups, etablierte Unternehmen und Hobbytüftler dienen. In sogenannten FabLabs, also Versuchslaboren, können sie an allerlei Erfindungen werkeln. Und aus dieser Kooperation soll Innovation entstehen – und auch Produktion. Das stärke Reutlingen als Wirtschaftsstandort. Eine gute Wirtschaft sei allerdings mit einem attraktiven Wohnort verbunden. Reutlingen sei am Wachsen – das Problem dabei: die hohen Mieten.

Dem soll versucht werden mit einer pointierten Wohnraumpolitik entgegenzutreten. Keck betonte, es müsse schnell preisgünstiger Wohnraum gebaut werden. Es müssten nicht unbedingt Hochhäuser sein, aber dennoch mehr Wohnungen. Denn davon gebe es in Reutlingen eindeutig zu wenig.

Außerdem sollen Grundstücke nicht mehr an den Meistbietenden vergeben werden, sondern an den, der das beste Konzept vorweisen könne, erläutert Keck seine Pläne für mehr bezahlbaren Wohnraum.Das sei auch der Fall bei dem berüchtigten leerstehenden Haus in der Kaiserstraße 39. Da habe die Stadt zum ersten Mal eine Konzeptvergabe versucht, erzählt Keck.

Die Crew, die im Jahr 2019 das Haus besetzt hatte, hatte einen Vorschlag dazu eingereicht. Die Crew, die derzeit noch die einzigen Teilnehmer bei dieser Konzeptvergabe sind, haben noch bis Februar Zeit, ihrer Idee etwas mehr Gestalt zu verleihen. Auch der Marktplatz soll neugestaltet werden: dafür habe die Stadt bereits ein Konzept ausgewählt. Aufgrund der aktuellen Situation muss dieses Vorhaben nun allerdings verschoben werden. Ganz stoppen konnte Corona andere Pläne der Stadt allerdings nicht. so wurde in Reutlingen-Betzingen in den Hochwasserschutz im sogenannten Goosgarde investiert.

Außerdem wurden zwei Kitas eröffnet und eine Möglichkeit zum Lebensmitteleinkauf in der Innenstadt geschaffen Doch nicht nur die Innenstadt müsse aufgemischt werden, sondern Reutlingen als Ganzes: denn die Achalmstadt ist eine von nur drei Großstädten in Europa, die in einem Biosphärengebiet liegt. Und wenn es nach dem Oberbürgermeister geht, müsse mehr daraus gemacht werden.

Neben dem Projekt Biosphärengebiet möchte Keck die große Verkehrswende angehen – und zwar mit der Mammutaufgabe Regionalstadtbahn.Bis 2026 sollen die ersten Züge fahren – vorzugsweise durch die Lederstraße. Somit gibt es also allerhand große Projekte anzugehen – doch der Oberbürgermeister ist sich sicher, dass die Stadt es schaffen und sich von der finanziellen Talsenke des Coronajahres erholen werde. Etwas Gutes könne der Oberbürgermeister aus dem holprigen letzten Jahr aber doch mitnehmen: der Reutlinger Wein der 2020er, davon sei er überzeugt, werde ein wunderbarer Tropfen.

(Zuletzt geändert: Freitag, 08.01.21 - 17:07 Uhr   -   952 mal angesehen)
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