Kulturpolitisches Podium | Bildquelle: RTF.1

Tübingen/Baden-Württemberg:

Welche Visionen und Ideen haben die Landtagskandidatinnen und -kandidaten für Kunst und Kultur?

Stand: 27.01.21 15:59 Uhr

Wie würden sich die Tübinger Landtagskandidatinnen und -kandidaten für Kunst und Kultur einsetzen, sollten sie Einzug in den Landtag erhalten? Diese Frage sollten Dorothea Kliche-Behnke von der SPD, die CDU'lerin Diana Arnold, Claudia Haydt von den Linken, der Grüne Daniel Lede Abal und Irene Schuster von den Freien Demokraten bei einem kulturpolitischen Podium beantworten.


Kein Publikum, keine Konzerte und keine Theateraufführungen. Die Kunst- und Kulturbranche leidet unter der Corona-Pandemie: Wie schlecht es den Kulturschaffenden geht, verdeutlicht die Landtagskandidatin der Linken, Claudia Haydt: so seien 10.000 Menschen aus ihrem KünstlerInnendasein in Hartz IV abgerutscht, 10.000 würden mit Zwangsvollstreckungsverfahren überhäuft werden.

Dass etwas für diesen Bereich getan werden muss, darin stimmen alle Landtagskandidatinnen und -kandidaten überein, die sich zum kulturpolitischen Podium des Kulturnetzes Tübingen zusammengefunden hatten.Um den Künstlerinnen und Künstlern zu helfen,würde eine Förderung, die an Projekte gebunden ist, allerdings nicht ausreichen, meinte Haydt. Künstlerinnen und Künstler müssten die Möglichkeit haben, ihre Existenz sichern zu können.

Mit Stipendien für Künstlerinnen und Künstler in Höhe von 1200 Euro pro Monat könnten sie ihren Lebensunterhalt sichern. Außerdem steht Haydt für den Ausbau von institutioneller Förderung: das heißt Gelder, die nicht an Projekte, sondern an die Ausgaben der Einrichtung gebunden sind.

Irene Schuster von der FDP würde die beiden Förderungsarten verbinden.

Generell seien Projektförderungen nämlich nicht schlecht, so Schuster, denn sie seien auch etwas für die Zukunft, da sie innovative Arbeiten fördern. Dem stimmt auch der Grüne Daniel Lede Abal zu und führt einen Vorschlag an: Es brauche einen Schritt zwischen Projektförderung und institutioneller Förderung, wie beispielsweise die sogenannte Entwicklungsförderung. Dann wäre die Förderung nicht mehr zeitlich befristet, sondern das Projekt würde immer wieder neu bewertet werden.

Das würde verhindern, dass nach einem zwei- oder dreijährigen Projekt der Geldhahn zugedreht werde, so Lede Abal. Überwiegend waren sich die Beteiligten einig: die Kulturbranche müsse wegen ihrer enormen sozialen Bedeutung unterstützt und gefördert werden.




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