RT im Corona Lockdown | Bildquelle: RTF.1

Region Neckar-Alb:

Welche Folgen hat Corona für die Wirtschaft?

Stand: 18.02.21 16:33 Uhr

Seit einem Jahr hat die Wirtschaft mit dem Coronavirus zu kämpfen. Welche Folgen hat das für die verschiedenen Branchen in der Region? Darüber haben der Präsident der IHK Reutlingen, Christian O. Erbe, und Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp in einer virtuellen Pressekonferenz informiert.


Die Corona-Krise hat die verschiedenen Branchen in der Region unterschiedlich schwer getroffen: das verkündete der Präsident der IHK Reutlingen, Christian O. Erbe, in einer virtuellen Pressekonferenz. Die Industrie sei dabei relativ gut durch die Krise gekommen, dank des Exports, erläutert er. "Trotz Corona kontnen wir in der Region im vergangenen Jahr 8,8 Milliarden Euro Auslandsumsatz generieren." Das seien nur 5% weniger als im Jahr 2019 und somit sei 2020 das zweitbeste Exportjahr aller Zeiten in der Region gewesen.

Hart getroffen wurden aber der Einzelhandel, das Gastgewerbe und personennahe Dienstleistungen, so Erbe weiter. Das bestätigt auch Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp: Vor allem Gastronomiebetriebe und die Hotellerie hätten hohe Kredite aufgenommen, nämlich schätzungsweise 1,2 Milliarden Euro - und das müsse alles zurückgezahlt werden. Es gehe also wirklich um Existenzen, sagte Epp nachdrücklich.

Beim Einzelhandel würden die pauschalen Schließungen vor allem die kleinen Händler benachteiligen, wie Erbe ausführt: Es sei nicht nachvollziehbar, wieso Fachgeschäfte Strümpfe und Wäsche nicht verkaufen dürften, obwohl das Produkte des täglichen Bedarfs seien, während großflächige Einzelhandelsbetriebe das sehr wohl dürften. Das müsste gerechter geregelt werden, forderte Erbe.

Ein Stufenplan wäre das bessere Vorgehen, meinte Erbe. Abhängig von den Inzidenzen sollten Unternehmen öffnen dürfen – mit guten Konzepten wie Terminvergaben und Einlassbeschränkungen. Sollten die Zahlen wieder steigen, müsste wieder geschlossen werden. "Das geht alles und das geht gut", so Erbe, "das haben die Betriebe auch gezeigt. Und ich wage zu behaupten, dass die Infektionszahlen, die wir gesehen haben, nicht im Einzelhandel und auch nicht in den Gastronomiebetrieben entstanden sind, sondern die hatten andere Gründe."

Gesundheitsschutz und Öffnungen würden aber nicht im Widerspruch stehen. Größere Sicherheit könnte auch durch mehr Testen erlangt werden und deshalb plädierte Erbe für den Tübinger Weg.

Den Branchen müsse mit Öffnungen Mut gegeben werden, damit sie weitermachen, betonte der IHK-Präsident zum Abschluss.




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