Die englische Flagge | Bildquelle: Pixabay

London:

Britischer Premier Boris Johnson erklärt Rücktritt

Stand: 07.07.22 14:00 Uhr

Der britische Premierminister Boris Johnson tritt zurück. Er gibt sein Amt als Tory-Parteichef ab und später auch die Regierungsgeschäfte. Großbritannien steht Beobachtern zufolge mitten in einer Finanzkrise eine chaotische Zeit bevor.

Eine Lawine von Rücktritten in den eigenen Reihen hatte den Druck auf den britischen Premierminister Boris Johnson - maßgebliche Figur in der Brexit-Bewegung - zuletzt massiv erhöht. Kritik kam aus den eigenen Reihen der Konservativen, man wollte ihn ebenfalls zum Rücktritt bewegen.

Diesen hat er am Donnerstag nun in einer Ansprache erklärt. Er werde jedoch die Regierung weiter führen, bis ein Nachfolger gewählt sei. Seine Partei wünsche sich eindeutig einen neuen Vorsitzenden: "It is the will of the party."

Johnson wurde vorgeworfen, den eigenen Machtverlust nicht anzuerkennen. Nach diversen Skandalen brachte eine Personalie nun offenbar das Fass zum Überlaufen. Johnson ernannte einen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, obwohl diesem vorgeworfen wurde, betrunken andere Tory-Mitglieder unsittlich angefasst zu haben. 

 

 

Der neue Finanzminister Nadhim Zahawi hatte Premierminister Boris Johnson zum Rücktritt aufgefordert, da war er selbst gerade mal zwei Tage im Amt. Auch der Staatsminister für Sicherheit, Damian Hinds verband seinen Rücktritt mit der Forderung an Johnson, dasselbe zu tun. Weitere Ministerinnen und Minister traten ebenfalls zurück, zudem gingen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Großbritannien drohte Stillstand.

Johnson aber gab sich als Kapitän, der jetzt nicht die Brücke verlassen will: "Wenn die Zeiten hart sind, es einen Krieg mitten in Europa gibt, dann ist genau die Zeit für eine Regierung, ihre Arbeit fortzusetzen und nicht einfach davonzulaufen", sagte er.

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