Straße von Hormus wieder offen
Das Kernstück der Vereinbarung: Der Iran erklärt sich bereit, die Straße von Hormus für die Dauer der Waffenruhe wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bestätigte auf der Plattform X, dass für zwei Wochen eine sichere Durchfahrt durch die strategisch bedeutsame Meerenge gewährleistet werde – unter der Bedingung, dass alle Angriffe auf den Iran eingestellt werden. Durch die Straße von Hormus fließt rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte. Seit Kriegsbeginn hatte Teheran die Passage faktisch blockiert, mit gravierenden Folgen für die globalen Energiemärkte.
Ölpreis: Dramatischer Einbruch nach Monaten des Anstiegs
Die Ankündigung schlug sich unmittelbar auf dem Rohstoffmarkt nieder. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent war im Verlauf des Konflikts von unter 80 Dollar Anfang März auf zeitweise über 112 Dollar geklettert – angeheizt durch Trumps Drohungen und die Blockade der Meerenge. Nach der Waffenstillstandsankündigung brach Brent um mehr als 17 Prozent ein und fiel klar unter die Marke von 100 Dollar. Damit ist zumindest ein Teil der geopolitischen Risikoprämie aus dem Markt – zur Erleichterung von Verbrauchern und Industrie weltweit. Die Finanzmärkte Ostasiens reagierten mit teils spektakulären Kursgewinnen. Die ostasiatischen Volkswirtschaften sind besonders auf Ölimporte über die Straße von Hormus angewiesen und profitierten daher unmittelbar von der Entspannung.
Pakistan als Vermittler, Israel als Störfaktor
Den diplomatischen Rahmen für die Einigung hatte Pakistan geschaffen: Premierminister Shehbaz Sharif und Generalstabschef Asim Munir vermittelten zwischen den Kriegsparteien. Für diesen Freitag lud Islamabad die Delegationen beider Länder zu Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen ein. Trump zeigte sich zuversichtlich: Die Gespräche über einen langfristigen Frieden im Nahen Osten seien „sehr weit fortgeschritten", ein Zehn-Punkte-Plan aus Teheran liege vor.
Doch nicht alle ziehen an einem Strang. Israel erklärte zwar seine Unterstützung für die Waffenruhe, machte aber unmissverständlich klar, dass diese nicht für den Libanon gelte – wo israelische Streitkräfte in den vergangenen Wochen hart gegen die pro-iranische Hisbollah vorgegangen waren. Wenige Minuten nach der Verkündung der Waffenruhe meldete die israelische Armee zudem neue Raketenangriffe aus dem Iran.
Schwierige Verhandlungen stehen noch bevor
Trotz der Erleichterung bleiben die Streitpunkte erheblich. Der iranische Zehn-Punkte-Plan sieht nach Angaben iranischer Staatsmedien vor, dass Washington Teheran die Urananreicherung weiterhin erlaubt, alle Sanktionen aufhebt und Reparationen für Kriegsschäden zahlt. Trump hingegen hatte das Ende des iranischen Atomprogramms zur zentralen Bedingung für ein Abkommen erklärt und gab sich nach der Einigung betont optimistisch: „Dieses langfristige Problem steht kurz vor seiner Lösung."
UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Einigung und appellierte an alle Kriegsparteien, die Bedingungen der Waffenruhe einzuhalten. Auch der Irak rief zu ernsthaftem und nachhaltigem Dialog auf. Zwei Wochen bleiben nun, um aus der Feuerpause dauerhaften Frieden zu machen.
![]() | Klar 17 / 18° C Luftfeuchte: 36% |
![]() | Klar 17 / 19° C Luftfeuchte: 36% |
![]() | Klar 16 / 19° C Luftfeuchte: 41% |