Am Stand von robotextile | Bildquelle: RTF.1

Frankfurt am Main:

Region Neckar-Alb präsentiert sich auf Leitmesse Techtextil

Stand: 22.04.26 15:50 Uhr

In Frankfurt am Main hat am Dienstag die Messe Techtextil begonnen. Sie gilt als die wichtigste Messe weltweit für technische Textilien. Das sind Textilien, die keinen ästhetischen Zwecken dienen wie Mode oder Tischdecken, sondern vielmehr wegen ihrer technischen und funktionalen Eigenschaften verwendet werden. Beispielsweise schnitt- und feuerfeste Stoffe für Schutzbekleidung. 26 Unternehmen aus der Region Neckar-Alb sind auf dieser Messe vertreten und zeigen gemeinsam, dass die Region zu den führenden Zentren für technische Textilien in Europa zählt.


Wir sind in Frankfurt am Main, nicht weit vom Messeturm entfernt. Hier, auf der Techtextil versammeln sich mehr als 1.500 Aussteller aus 46 Ländern. Auch hier ist die Zeitenwende angekommen. Immer mehr Textilunternehmen entwickeln schnitt- und feuerfeste Stoffe für den Bereich Verteidigung. 

Aber auch Nachhaltigkeit gehört zu den derzeitigen Trends bei technischen Textilien. Zum Beispiel ein aus Holz gestricktes Kissen und aus Holz gestrickte Schuhe. Möglich gemacht hat diese Technologie die Firma Buck aus Bondorf, die zum Cluster Technische Textilien Neckar-Alb gehört. Dafür gab es den Techtextil Innovation Award. 

Ebenfalls preisgekrönt: die Firma Robotextile aus Dormettingen im Zollernalbkreis. Das Start-up-Unternehmen will durch eine spezielle Greiftechnik die Robotik in der Textilindustrie einführen. Michael Müller von der Robotextile GmbH: "Es macht gar keinen Sinn, eine Nähautomation zu haben, wo ein Bediener nachher einen Roboter bestückt und der Roboter näht. Nein, es muss sein, dass die Textilien schon automatisiert von einer Lage vereinzelt werden, von einer Höhenlage, von einer Hochlage und dann positioniert einer Maschine zugeführt werden. Und für das haben wir unseren Award gewonnen, dass wir spezielle Greiftechnik entwickelt haben."

Mit dieser Greiftechnik sollen dann die Stoffe voneinander vereinzelt, also getrennt und dann dem Nähroboter zugeführt werden. Dafür gab es den Texprocess Innovation Award. "Ja, hier heißt es, das ist der Oscar der Textilindustrie. Also es ist ein ganz besonderer Award, eine ganz besondere Auszeichnung, die einfach uns noch mal klarmacht, dass die letzten vier Jahre, wo man hier innovative Pionierarbeit in dieser Branche gemacht haben, dass das der Preis dafür ist für diese Arbeit, wir die letzten Jahre geleistet haben", so Michael Müller.

Auch Global Player wie die Firma Groz-Beckert aus Albstadt haben auf der Messe Techtextil ihre Stände aufgestellt. Ganze 70.000 Produkte umfasst das Portfolio des Textilunternehmens. Auf der Techtextil präsentiert Groz-Beckert zahlreiche Innovationen in den Bereichen Stricken, Weben und Nähen.

Markus Settegast, Mitglied des Vorstands der Groz-Beckert KG: "Die Techtextil ist für uns die wichtigste europäische Messe für technische Textilien und für deren Ausrüster. Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr auf der Messe auch mit den anderen Kollegen auch ausstellen dürfen und unsere Kunden begrüßen dürfen. Es ist dieses Jahr für uns in Europa die Leitmesse."

Groz-Beckert war auch Gastgeber für den Auftakt der Initiative „Junge Textiler Neckar-Alb – die nächste Generation übernimmt". Das sei ein unwahrscheinlich starkes Motto, so Markus Settegast. Denn es stehe für Engagement für die Region und für das eigene Unternehmen und außerdem:

"Ein Zeichen von Verantwortungsübernahme, also auch von Mut. Das freut uns. Wir sind unwahrscheinlich stolz, dass wir die Plattform geben dürfen für die Auftaktveranstaltung. Und wir heißen die Gäste, die jungen Textiler gerne willkommen", so Settegast.

Ana-Maria Diller gehört zu den Gründungsmitgliedern der Jungen Textiler. Sie ist erst 25 Jahre alt. Im Familienunternehmen Händel + Diller hat sie noch nicht die Geschäftsführung übernommen, aber früher oder später wird das der Fall sein, und darüber macht sie sich schon jetzt einige Gedanken. 

"Ich glaube, eine große Herausforderung wird es sein, sich als junge und weibliche Führungskraft zu positionieren und da eben bei den Mitarbeitern, bei Kunden, bei Lieferanten eben den Respekt zu bekommen", so Diller.

An ihrem Stand zeigt Ana-Maria Diller Stoffe, die in ihrer Rundstrickerei hergestellt wurden. Beispielsweise ein Frotteestoff, der sich für das Innere einer Bandage eignet. "Man hat die Bandage täglich an den ganzen Tag, wahrscheinlich auch und man kann die ja nicht jeden Tag dann waschen. Deswegen haben wir dann auch unter anderem auch für Periodenunterwäsche, auch für Orthopädie Ausrüstungen wie zum Beispiel antimikrobielle Ausrüstungen, damit der Stoff länger frisch bleibt gegen Bakterien, Pilze, Schimmel auch unter anderem", so Diller.

Auch andere junge Textiler berichteten auf der Auftaktveranstaltung über ihre Erfahrungen mit dem Generationenwechsel. Beim Cluster für Technische Textilien Neckar-Alb bei der IHK Reutlingen jedenfalls zeigt man sich darüber erfreut, dass man jetzt so eine Plattform für junge Textiler hat. Sabine Kimmerle: "Weil was wir sehen mit den Jungen Textilern, die haben die ganze noch mal in ganz anderen Schwung bringen die mit rein ist eine andere Kommunikation verbinden Tradition und Innovation. Wir haben es gesehen bei der Bonita Grupp und dem Wolfgang Grupp, die als Geschwisterpaar hier den Generationenwechsel machen, die hier sehr, wie soll ich sagen, auch in der Öffentlichkeit aktiv sind", so Sabine Kimmerle.

Und was bei der Trigema geschieht, geschieht in vielen Unternehmen von der Öffentlichkeit unbeachtet. 

Die Techtextil bietet für 26 Aussteller aus der Region Neckar-Alb eine Bühne und zeigt: Die Region ist international top, wenn es um Innovationen im Textilbereich geht. Sabine Kimmerle: "Selbst als Kind der Region, sage ich jetzt mal, ist es einem heutzutage nicht so bewusst, was eigentlich Textilregion Neckar-Alb bedeutet. Viele denken da an die Outlet City Metzingen. Ja, und es gibt viele Textilunternehmen mit Tradition. Aber gerade diese technischen Textilien, auch mit Blick auf Medizintechnik und dergleichen oder Raumfahrt, das ist uns oft gar nicht bekannt."

Genau das will der IHK Cluster Technische Textilien Neckar-Alb in der Öffentlichkeit bekannter machen – unter anderem auf Messen wie der Techtextil.

WERBUNG:



Seitenanzeige: