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Tübingen:

Chancen und Herausforderungen von Einwanderung auf den deutschen Arbeitsmarkt

Im Gemeindehaus Lamm in Tübingen hat es eine öffentliche Veranstaltung zum Thema "Fachkräfteeinwanderungsgesetz" gegeben. Bei einer Podiumsdiskussion erörterte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und Tübinger CDU-Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz mit Vertretern der IHK Reutlingen, der Arbeitsagentur Reutlingen sowie des Universitätsklinikums Tübingen die Chancen und Herausforderungen von Einwanderung auf den deutschen Arbeitsmarkt.

Gegenwärtig herrscht in Deutschland ein großer Mangel an Fachkräften. Diesem könne man nicht allein mit Deutschen Arbeitern Herr werden. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Reutlingen, Christian Erbe, setzt daher große Hoffnung auf Zuwanderer: "Wir haben sehr viele offene Stellen im Moment. In meinem Unternehmen sind es gegenwärtig 35 Stellen. Und wir haben mal hochgerechnet: in unserem gesamten Kreis wird es bis zum Jahr 2030 23.000 offene Stellen geben. Das hemmt unser Wachstum. Wir können also nicht weiter wachsen ohne qualifizierte Mitarbeiter und deshalb ist es unheimlich wichtig für uns, Nachwuchs zu bekommen – unter anderem eben auch aus dem Ausland."

Hier soll das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz helfen. Im Interesse der deutschen Wirtschaft und der deutschen Unternehmen sei es wichtig, qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten anzuwerben. Laut der Integrationsbeauftragen für die Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, könne das Land das Wirtschaftswachstum, das möglich wäre, gar nicht erreichen, "weil wir zu wenig Fachkräfte im Inland und in der Europäischen Union haben, die diesen Bedarf abdecken können". Deshalb sei es notwendig, international auf den Markt zu gehen, in den Wettbewerb zu treten um die besten und klügsten Köpfe dieser Welt.

Klare Kriterien sollen nicht nur den Zugang auf den Arbeitsmarkt erleichtern, sondern auch die zuwandernden Menschen in die Gesellschaft integrieren. Dabei solle es aber keine Vermischung mit dem Asylrecht geben. "Und wenn wir Menschen haben, die bereits hier sind, die bereits auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich Fuß gefasst haben, sich in die Gesellschaft integriert haben, nicht straffällig geworden sind, dann dürfen wir pragmatisch darüber nachdenken, wie wir auch diesen Menschen, die zum Beispiel als Geduldete hier sind, eine Perspektive eröffnen. Aber nicht für die Zukunft. Da braucht es die klare Abgrenzung", so Widmann-Mauz.

Deutschland sei schon immer ein Einwanderungsland gewesen. Hugenotten, Vertriebene, Russland-Deutsche, Gastarbeiter aus Südeuropa und der Türkei. Ohne all diese Menschen, die heute zum Teil in der zweiten und dritten Generation bei uns leben, könnte Detuschland der Tübinger CDU-Abgeordneten zufolge in vielen Bereichen heute nicht mehr erfolgreich tätig sein. Ein Beispiel: der Gesundheitssektor. In der Pflege seien 20 Prozent der Beschäftigten Menschen, die einen Migrationshintergrund aufweisen. Sogar 8 Prozent der Ärztinnen und Ärzte käman aus dem Ausland.

Aktuell sieht Christian Erbe den Mangel speziell im technischen Bereich. Durch die Automatisierung aufgrund der Digitalisierung wird sich der Mangel jedoch auch in den kaufmännischen und Dienstleistungsbereich ausdehnen. Mitarbeiter aus dem Ausland hätten laut Erbe nicht nur bedingtes Sprachniveau, das notwendig sei für den Arbeitsplatz. Das sei sicherlich Aufgabe der Unternehmen, hier Weiterbildungen anzubieten, dass die Mitarbeiter sprachlich auf einen guten Stand kommen. "Es zieht sich aber auch in andere fachliche Gebiete rein. Also das Thema Ausbildung und vor allem Weiterbildung wird hier sehr stark an Bedeutung gewinnen." Bevor die Mitarbeiter weitergebildet werden können, müssen sie aber erst einmal da sein. Die klare Aufgabe des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes liegt laut der Tübinger Abgeordneten Widmann-Mauz also darin, Menschen für den deutschen Arbeitsmarkt zu begeistern.

(Zuletzt geändert: Sonntag, 21.10.18 - 13:28 Uhr   -   477 mal angesehen)
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