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Kardinal Bea, Champagner Renette & Co:

Heimische Äpfel im Laden erhältlich

Kardinal Bea, Finkenwerder Herbstprinz, Champagner Renette... fast schon märchenhaft klingen die Namen der Apfelsorten, an die sich manch einer noch aus Kindheitstagen erinnern mag. Sie stammen aber nicht aus fernen Welten, sondern liegen sozusagen direkt vor der Haustür, nämlich auf der Schwäbischen Alb. Mit der Zeit wurden sie von anderen Sorten aus Übersee verdrängt. Dass aber auch unsere Äpfel aus der Region genießenswert sind, möchte der Verein Schwäbisches Streuobstparadies zeigen. Hierfür haben sie ein Projekt gestartet, das die Äpfel von der Alb direkt in den Markt bringt.

Schätzungsweise 2000 Apfelsorten bieten die Streuobstwiesen entlang der Schwäbischen Alb – und eine Auswahl von diesen bringt der Verein Schwäbisches Streuobstparadies nun wieder unter die Leute, indem sie die Äpfel in den Lebensmitteleinzelhandel liefern.

Auch der Landrat des Zollernalbkreises, Günther Martin-Pauli, kostete einige Sorten, wobei der Apfel "Champager Renette" sein Favorit sei.

Diese Sorte und noch viele weitere wurden bis in die 70er Jahre in der Region geerntet, wurden aber dann von Äpfeln aus Übersee verdrängt, weil diese günstiger im Anbau sowie krankheitsunanfälliger seien, erklärt Maria Schropp.

Die Geschäftsführerin des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies will aber zeigen, dass sich auch die Äpfel aus der Region lohnen: so würden sie einen tollen Geschmack haben und einen kurzen Weg, denn sie alle stammen aus einem Umkreis von 20 km. Außerdem böten sie etwas, das Äpfel aus anderen Anbauregionen nicht bieten können: nämlich die heimische Landschaft unterstützen. Außerdem würden die Bewirtschafter einen fairen Preis kriegen und somit trägt all das zum Erhalten der Streuobstwiesen bei, die als Lebensraum vieler Pflanzen- und Tierarten gelten.

Deshalb liefert der Verein nun 16 verschiedene Apfelsorten an insgesamt 17 Märkte in der Gegend. Unter ihnen sind auch die Edeka-Koch-Märkte, von denen sich einer in Balingen befindet. Der Betreiber des Marktes, Klaus Koch, beteiligt sich an dem Projekt, da die Streuobstwiesen "uns Identität geben und die Äpfel gehören dazu". Bisher habe er keine Chance gehabt, diese zu vermarkten, aber jetzt sei er froh, dass der Verein das in die Hand genommen habe und die Äpfel nun im Markt wiederzufinden seien.

Bei seinen Kunden würden die alten Apfelsorten Kindheitserinnerungen wecken, weshalb sie sich über das Angebot freuen würden, so Koch weiter. Die Äpfel werden auf jeden Fall fleißig gekauft, was vielleicht auch dem besonderen Geschmack zu verdanken ist: so bezeichnet er den Geschmack der Streuobstsorten als eher süßlich.

Ungefähr 60 bis 120 kg Äpfel pro Woche werden an den einzelnen Markt geliefert, im gesamten Vereinsgebiet komme so eine Menge von 14 Tonnen zustande, berichtet die Geschäftsführerin des Vereins.

Bisher gebe es also eine große Resonanz, und für die Zukunft plane der Verein, noch mehr Märkte und Lieferanten für das Projekt zu gewinnen.

(Zuletzt geändert: Freitag, 30.10.20 - 16:35 Uhr   -   402 mal angesehen)
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