Eine Kücheninsel ist der Schauplatz des Theaterstücks „Der Gott des Gemetzels". Hier werden sich die Ehepaare Reille und Houillé treffen – allerdings nicht um gemütlich zu plaudern, sondern um einen Konflikt zwischen ihren Söhnen zu klären. "Die beiden Jungs haben sich auf dem Schulhof geprügelt, der eine hat dem anderen leider mit einem Bambusstab zwei Zähne ausgeschlagen", erzählt Karin Eppler. "Die beiden Paare haben sich vorgenommen: Mensch, das lösen wir auf ganz zivilisierte Art und Weise, reden darüber und versuchen, eine Lösung zu finden für dieses riesige Problem. Hört sich gut an, ist aber nicht einfach zu machen."
Das Gespräch zwischen den beiden Paaren beginnt zwar durchaus zivilisiert, doch dann kippt die Stimmung, erzählen die Schauspielerinnen und Schauspieler. Michel Houillé versucht am längsten, die gesellschaftlichen Gepflogenheiten aufrechtzuerhalten, beschreibt David Liske seinen Charakter. Doch das sei wahnsinnig erschöpfend. "Und dann gibt es diesen Erschöpfungsmoment, der ihn in die Aggression hochtreibt; dass er das länger durchgehalten hat, heißt nicht, dass er nicht anders kann", sagt Liske. Dann teilt auch Michel Houillé gegen Annette Reille aus: da fallen schon Sätze wie „Das Kotzen bekommt Ihnen aber gut".
Annette ist die Mutter des kleinen Übeltäters. Sie war anfangs bestrebt, eine gemeinsame Lösung zu finden, so Schauspielerin Claudia Carus. Doch die Tatsache, dass ihr Mann sie nicht unterstützt, setzt sie zunehmend unter Druck. "Das führt dazu dass ihr schlecht wird, sie muss sich übergeben", sagt Claudia Carus. "Das alles artet extrem aus, irgendwann kommt Alkohol ins Spiel; die ganzen gesellschaftlichen Normen, das ganze Korsett, in dem sie sich bewegt oder was sie sich auferlegt hat, bricht alles weg am Ende."
Das Stück halte den Zuschauern vor Augen, wie wenig es braucht, um die gesellschaftlichen Gepflogenheiten über Bord zu werfen, so Regisseurin Karin Eppler. In dieser schwarzen Komödie von Yasmina Reza dürfen die Zuschauer lachend mehr über sich selbst erfahren. Die Premiere ist am 17. Februar um 20 Uhr im Tonne-Theater.
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