Osiander Tübingen | Bildquelle: RTF.1

Tübingen:

Nach 2 Jahren Pandemie: wie die Innenstädte jetzt wiederbelebt werden müssen

Stand: 07.03.22 09:57 Uhr

Die Corona-Pandemie hat auch das Kundenverhalten verändert. Viele besorgen sich nun online, was sie brauchen, anstatt gemütlich in der Innenstadt zu flanieren und sich nach dem Shoppen mit einem leckeren Abendessen zu belohnen.


Für das Vorstandsmitglied des Handel- und Gewerbevereins Tübingen, Ulf Siebert, steht fest: die Pandemie hat nur beschleunigt, was sich bereits zuvor abgezeichnet hat. Es gilt, den Innenstädten wieder Leben einzuhauchen.

Im Hofgut Rosenau in Tübingen läuft der Betrieb wieder an: die Tische werden gut gebucht, auch für den Sommer gibt es viele Reservierungen. Seit über einer Woche gilt wieder 3G, dazu kommt das schöne Wetter – die Menschen konsumieren mehr, auch in den Innenstädten, erzählt Ulf Siebert. Der Inhaber des Restaurants ist auch Vorstandsmitglied im Handel- und Gewerbeverein Tübingen sowie Mitglied im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband.

Dass die Umsätze Richtung Sommer besser werden, hätten Gastgewerbe und Handel erwartet, so Siebert. Er fürchtet aber, dass sie nicht an die Umsätze von vor drei Jahren herankommen. Der Kunde und der Gast hätten sich verändert. Viele bestellen jetzt online. Es gilt, die Menschen wieder in die Innenstadt zu holen.

Siebert sieht hier auch die Entscheidungsträger wie den Gemeinderat  oder Bürgerinitiativen und Sportvereine in der Ve5rantwortung. Sie alle könnten mit guten Ideen und Modellen dafür sorgen, dass Innenstädte wieder begehrlich werden. Das könnte ein Mix aus Amüsement, Möblierungen, und Kultur sein. So hätten die Menschen wieder Freude daran, in der Innenstadt zu konsumieren.

Die Corona-Demonstrationen würden manch einen Kunden eher abschrecken. Das sei aber branchenabhängig. Die Gastro würde hier und da profitieren, wenn auf einmal 1.000 Menschen mehr ihren Kaffee in der Stadt tränken, so der Gastronom. Allerdings wenn vor den Türen des Modeeinzelhandels lautstark demonstriert werde, so kaufe doert niemand mehr Sommerkleid oder Anzug, erklärt Siebert im Gespräch mit RTF.1.

Die Demos, die Maskenpflicht, der Online-Handel – all das erschwert das freudige und lockere Innenstadtleben.

Mittlerweile geht es ums Überleben, betont Siebert. 2022 sei das Jahr der Wahrheit. Jetzt werde sich zeigen, wer wirtschaftlich fahren könne, auch ohne Hilfen. Danach müsse erneut diskutiert werden.

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