Winfried Hermann in Grafenberg | Bildquelle: RTF.1

Jahresrückblick:

Neue Wohnungen, neuer Fahrplan, neue Ortsmitte - Der Dezember 2025

Stand: 17.01.26 16:00 Uhr

Wir beenden unsere Jahresrückblick-Reihe heute mit dem Dezember. Und der ist sicherlich allen noch in frischer Erinnerung. In Tübingen war das Schokoladenfestival choclART, in Reutlingen präsentierte die Stadtverwaltung einen desaströsen Haushaltsentwurf, und im Ermstal fuhren die Züge erstmals im Halbstundentakt.


Der Königliche Winterzauber hatte gerade erst von der Burg Hohenzollern Besitz ergriffen, als im Dezember bekannt gegeben wurde: Georg Friedrich Prinz von Preußen sollte zum ersten Januar alleiniger Eigentümer der Burg werden. Bisher hatte der Stammsitz der Hohenzollern auch zu einem Drittel dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen gehört. Doch dessen Oberhaupt Fürst Karl Friedrich wollte sich künftig auf das Sigmaringer Schloss konzentrieren. Also übertrug er seinen Anteil an der Burg Hohenzollern an seinen Cousin Georg Friedrich.

Was hier wie Käse aussieht, ist in Wirklichkeit weiße Schokolade. Und die Schokolade stand auch bei der 18. Auflage der chocolART in Tübingen im Mittelpunkt. Das alljährliche Schokoladenfestival präsentierte die beliebte Süßspeise in allen Formen, auch in ungewohnten. Bei der chocolART gab es nichts, was es nicht gab – oder fast nichts. "Die chocolART ist die süßeste Versuchung, seit es Schokolade gibt", so äußerte sich Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer und fügte hinzz: "Ist zwar ein geklauter Spruch, aber passt irgendwie super." Und Boris Palmer wurde dann auch selber zum Motiv für Schokoladenmalerei. Mehr als 250.000 Menschen besuchten die chocolART und ließen sich auch von den stark gestiegenen Schokoladenpreisen nicht davon abhalten.

Bezahlbar und um die Ecke: Am neunten Dezember war Schlüsselübergabe für die neuen Personalwohnungen des Uniklinikums Tübingen. Hier sollen Beschäftigte und Studenten unter kommen. Gerade auf dem heiß umkämpften Arbeitsmarkt für Pflegekräfte ist das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Bei den Zwei-Zimmer-Appartments für das Personal werden monatlich neunhundert bis neunhundertvierzig Euro fällig. Warmmiete wohlgemerkt. Immer noch teuer, aber für Tübingen anständige Preise.

Letzte Bauarbeiten an einem Projekt, das den öffentlichen Nahverkehr im Ermstal entscheidend verbessern sollte: Die Ermstalbahn ging pünktlich zum Fahrplanwechsel vom Einstundentakt auf den Halbstundentakt über. Doch mit doppelt so vielen Zügen und Lokführern allein war die Arbeit noch bei weitem nicht getan. Auch ein neues Stellwerk musste her – in Dettingen-Gsaidt. "Die RSBNA Schieneninfrastruktur, die ja Betreiberin der Gleise im Ermstal ist, macht jetzt mit der Inbetriebnahme des neuen Stellwerks auch die Fahrdienstleitung selbst. Das heißt, wir regeln alle Fahrten, die zwischen Metzingen und Bad Urach unterwegs sind und das von unserem modernen Arbeitsplatz in Dettingen aus", so Prof. Tobias Bernecker, Geschäftsführer RSBNA. Aus dem neuen Stellwerk in Dettingen-Gsaidt können sowohl die Ermstalbahn als auch die Ammertalbahn gesteuert werden.

Mitten im Advent präsentierte die Reutlinger Stadtspitze einen Haushaltsentwurf, der weder besinnlich noch feierlich war. Sondern desaströs. So urteilte Oberbürgermeister Thomas Keck über den aktuellen Doppelhaushalt, den er am 16. Dezember in den Gemeinderat einbrachte. "Wie in fast 90 Prozent der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg und ganz Deutschland haben auch wir enorme Haushaltsprobleme, wir haben ein Gesamthaushaltsvolumen von einer knappen halben Milliarde, und uns fehlen 50 Millionen, zehn Prozent im Ergebnishaushalt. Das ist gewaltig." Aber wie spart man zehn Prozent, also jeden zehnten Euro? Groß war der Spielraum für die Stadt Reutlingen jedenfalls nicht. "Wir gehen ein an den laufenden Kosten. Wir können das nicht erwirtschaften, was wir ausgeben müssen. – verpflichtend ausgeben müssen. Und das geht so nicht weiter." Trotz aller Schwierigkeiten: Der Haushaltsentwurf, den die Verwaltungsspitze vorlegte, war genehmigungsfähig. Und das, obwohl die Stadt auf eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer verzichtete.

Kurz vor Weihnachten feierte die Gemeinde Grafenberg ihre neue Ortsmitte. Zwar war sie bei weitem noch nicht fertig. Immerhin sollen die Bauarbeiten erst im Sommer abgeschlossen werden. Gefeiert wurde aber trotzdem. Unter anderem, weil Verkehrsminister Winfried Hermann aus Stuttgart gekommen war, um sich dieses Projekt anzusehen. Für Minister Hermann ist dies ein Positiv-Beispiel, was werden kann, wenn der Fernverkehr aus einer Ortschaft verschwindet. Denn Voraussetzung für die neue Ortsmitte war die Umgehungsstraße gewesen. "Immer mit dem Versprechen, das ermöglicht uns, dass wir die Ortsmitte neu gestalten. Und jetzt bin ich froh, dass es so weit ist, dass man sieht, was werden kann. Und ich glaube, Grafenberg hat wirklich gewonnen durch diese Ortsumfahrung und durch diesen Platz in der Mitte. Das ist unsere Vorstellung von einer lebendigen, verkehrsberuhigten Ortsmitte." Die Umgestaltung der Ortsmitte kostet 2,4 Millionen Euro. Davon kommen 700.000 Euro vom Land Baden-Württemberg.

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