Nina Warken und Manuel Hailfinger in der Bahnhofs-Apotheke | Bildquelle: RTF.1

Münsingen:

Gesundheitsministerin Warken auf der Schwäbischen Alb

Stand: 07.02.26 14:43 Uhr

Seit knapp einem Jahr ist Nina Warken inzwischen Bundesministerin für Gesundheit. Obwohl sie beruflich inzwischen in Berlin verortet ist, hat sie den Kontakt nach Baden-Württemberg aber nicht verloren. Am Freitag war die Gesundheitsministerin zu Gast auf der Schwäbischen Alb, wo sie in Münsingen die Bahnhof-Apotheke besucht hat.


Freundlich war der Empfang für Nina Warken am Freitag-Vormittag in Münsingen. Neben dem Landtagsabgeordneten Manuel Hailfinger wollte sich auch Bürgermeister Mike Münzing die Führung mit der Gesundheitsministerin nicht entgehen lassen.

Besuche vor Ort, so wie diese, seien für Warken viel wert. Vor allem im Zuge der kürzlich im Bundestag beschlossenen Apothekenreform, die unter anderem durch Bürokratieabbau das flächendeckende Netz von Vor-Ort-Apotheken stärken soll.

"Es ist immer gut, vor Ort zu sein. Wir machen im Moment ja eine Apothekenreform und deshalb war es noch einmal wichtig zu wissen, was die Herausforderungen der Apotheken auch im ländlichen Gebiet sind. Fachkräftegewinnung, aber auch die Möglichkeit, neue Dienstleistungen anzubieten und Bürokratie" berichtete Warken.

Die Gewinnung von Fachkräften ist laut Apothekerin Melanie Gaub das größte Problem. Aktuell bekommt sie noch Unterstützung von ihren Eltern, die in der Apotheke mit aushelfen. Einige ihrer Mitarbeiter kommen in den nächsten Jahren allerdings ins Rentenalter.

"Das große Problem ist sicher der Fachkräftemangel, zumindest in den öffentlichen Apotheken. Ich denke, in der Industrie sieht es anders aus. Studienplätze etc. sind genügend da, aber die Bezahlung ist natürlich schlechter in der öffentlichen Apotheke. Die Arbeitszeiten sind schlechter, wir arbeiten von Montag bis Samstag. Die Industrie hat die Arbeitszeiten nicht und kann auch ganz andere Anreize bieten" kommentierte Gaub.

Die Infrastruktur hat man hier in der jüngeren Vergangenheit zwar modernisiert, doch die örtliche Beratung könne das nicht ersetzen.

Hinzu komme, dass auch die Medikamente selbst in Versandhandelsapotheken günstiger zu bekommen sind, da diese im Gegensatz zu den öffentlichen Apotheken für verschreibungspflichtige Medikamente Rabatte geben dürfen. Geld, das Melanie Gaub lieber nutzen würde, um zum Beispiel die Gehälter ihrer Mitarbeiter zu erhöhen.

Das führt zu einem weiteren Thema, dem viel zitierten Bürokratieabbau. Laut Warken gelte es, vor allem Prozesse zu beschleunigen.

"Dass man auch schaut, dass man nicht zig Formulare ausfüllen muss, dass man nicht zig Dinge bereit halten muss nur um dann ein kleines Angebot bieten zu können, sondern dass das einfach pragmatisch geregelt sein muss, sodass die Apotheken in der Lage sind, diese Angebote auch durchzuführen und es nicht überreguliert ist" so Warken.

Melanie Gaub wünscht sich in dieser Hinsicht, dass die örtlichen Apotheken die gleichen Möglichkeiten bekommen wie der Versandhandel und die Industrie. Warken selbst habe am Freitag einiges mitgenommen, sagt sie. Dinge, die sie im Gesetzgebungsverfahren in die Diskussion geben wolle.

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