Er ist ein gern gesehener Gast bei Rainer Knauer im Hotel Restaurant Achalm: Nils Schmid war am Dienstag nicht zum ersten Mal bei der Veranstaltung der Familienunternehmer und jungen Unternehmer zu Gast und wird es wohl auch nicht zum letzten Mal gewesen sein.
Im Restaurant fand er sich in einer kleineren, aber dafür prominent besetzten Runde wieder. So saß neben dem früheren Wirtschaftsminister Helmut Haussmann auch IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp mit am Esstisch.
Nicht überraschend also, dass auch das Thema Arbeitsmarkt auf den Tisch kam. Dieser werde heute ähnlich behandelt als vor 20 Jahren, dabei seien die Probleme nicht mehr die hohe Arbeitslosenquote wie damals, sondern das Fehlen von Fachkräften, befand Schmid und äußerte auch indirekt Kritik an Friedrich Merz.
"Da verbieten sich aber einfache Antworten. Denn schon allein die Umstellung bei der Krankenhausfinanzierung hat viel Unruhe hervorgerufen. So können wir den ganzen Bereich der verschiedenen Leistungsanbieter im Gesundheitswesen durchgehen. Darüber müssen wir in Ruhe und sachlich reden und nicht mit Schlagzeilen wie: Die Menschen sind zu faul und arbeiten zu wenig" so Schmid.
Schmid schlägt vor, dass die Schüler in allen Bildungszweigen noch mehr auf das Berufsleben vorbereitet werden müssen: "Das Entscheidende ist, dass wir die Berufsorientierung in den Schulen stärken, und zwar ausdrücklich auch am Gymnasium. Dass wir mehr Leute in die berufliche Ausbildung bekommen und das wir die Vereinbarkeit von Familien und Beruf erhöhen. Denn wir haben die am besten ausgebildete Frauengeneration in unserer Geschichte, die all zu häufig noch in der Teilzeitfalle drin hängt" sagt er.
Ebenfalls im Fokus war auch auf der Achalm die Erbschaftssteuer. Da immer höhere Vermögen geerbt würden, brauche es auch eine Reform. Trotzdem müsse man darauf achten, die Betriebsvermögen zu schonen.
Beim Blick nach Außen sieht Schmid durch den Ukrainekrieg auch eine Bedrohung für ganz Europa. Russland versuche, Deutschland und Europa zu Zugeständnissen zu zwingen.
"Das können wir nicht zulassen, deshalb müssen wir unsere Bundeswehr gut ausstatten damit wir im Bündnis unsere Werte, unsere Freiheit und unsere Verfassung verteidigen können. Das wird die Aufgabe der nächsten Jahre sein und die reicht weit über ein mögliches Ende des Krieges in der Ukraine hinaus" so Schmid.
Gleichzeitig brauche es eine funktionierende NATO mit den USA im Rücken. Diese hatte sich Anfang des Jahres zur NATO bekannt. Trotzdem sei der Ausbau der eigenen Rüstungsindustrie unerlässlich.
"Wir haben viel Zeit verloren, weil Trump nicht der erste amerikanische Präsident ist, der Forderungen nach mehr europäischen Investitionen in Verteidigung erhebt. Jetzt haben wir deutlich an Tempo zugelegt und Deutschland zeigt mit der Ausnahme von der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben und dem starken Anwuchs der Investitionen in die Bundeswehr auch an dass wir bereit sind, Verantwortung in ganz Europa dafür zu übernehmen" kommentierte Schmid.
Die Bereitschaft bei den Jugendlichen, in die Bundeswehr einzutreten, sei zumindest vorhanden, berichtet Landtagskandidat Yannik Hummel, der wie Ronja Nothofer-Hahn zur Zeit auf Wahlkampftour ist und der Jugendliche konkret danach gefragt habe.
Über die von Rainer Knauer ausgesprochene Einladung fürs nächste Mal freute sich Schmid beim Abschied.
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