"Und was macht man da dann natürlich? Man fängt mit dem Blut an und schaut mal was das so ist", erläutert der Kurator des Museums der Universität Tübingen Ernst Seidl. "Und Felix Hoppe-Seyler hat sich auf die roten Blutkörperchen konzentriert und hat dem roten Blutfarbstoff hier den Namen Hämoglobin gegeben."
Ein Name, der sich bis heute gehalten hat. Und nicht der einzige aus dem Labor. Denn als Hoppe-Seyler's Schüler Friedrich Miescher seine eigenen Blutexperimente durchführte, machte er eine weltverändernde Entdeckung. Er entnahm Blut aus Wundverbänden in der Krankenstation und versah es mit Pepsin, einem Verdauungsenzym aus Schweinemägen.
Von diesen zeigt Seidl ein Ausstellungsstück. "Und was er festgestellt hat war: Bei den roten Blutkörperchen blieb nie was übrig. Bei den weißen, immer. Immer eine Substanz. Und hat es Nuklein genannt. Ein Wort, das wir heute noch in 'Desoxyribonukleinsäure', DNA, DNS, haben."
Das Labor wurde bald verlassen und war lange eine Rumpelkammer für den Museums-bereich. Es dauerte eine Weile, bis klar war, wie wichtig Mieschers Entdeckung werden würde. Doch heute sind die Früchte seiner Arbeit überall zu sehen. Nicht nur in der Theorie, auch in der Praxis.
"Interessant ist auch aus Tübinger Perspektive", meint Seidl, "dass wir daraus eine biochemische Tradition entwickelt haben. Nämlich die mRNA-Froschung. Die messenger RNA."
Forschung an der mRNA, die die Geninformation von der DNA liest und sie an die Zellen überliefert, erlaubt Eingriffe in die Genetik, ohne das tatsächliche Erbgut zu schädigen. Sie war unerlässlich für die Schöpfung vieler Impfstoffe gegen Covid 19, die halfen, die Pandemie einzudämmen. All das hatte hier seinen Anfang.
![]() | Bewölkt 18 / 20° C Luftfeuchte: 41% |
![]() | Klar 11 / 12° C Luftfeuchte: 55% |
![]() | Heiter 17 / 19° C Luftfeuchte: 37% |