Ein Avatar ist ein kleiner Roboter, der schwer erkrankten Schülern helfen soll, von zu Hause aus am Unterricht teilzunehmen. Martin Krohmer, Leiter der Kreismedienzentren in Reutlingen und Münsingen: "Die Schülerinnen und Schüler, die nicht am Unterricht teilnehmen können, haben ein Tablet von uns, und der Avatar ist ein Platzhalter für sie im Unterricht. Der kann kleine Signale senden, er kann Emotionen senden, er kann eine Aufforderung senden „Ich will jetzt sprechen", er hat ein Mikrofon, man kann den Avatar drehen in alle Richtungen, ich kann das Tafelbild fokussieren."
Mit einem Tablet kann der Schüler den Avatar von zu Hause aus steuern. Schüler können den Roboter sogar in die Pause mitnehmen. Der Avatar ist nur eines von zahlreichen Geräten, die sich Schulen, aber auch Vereine und Kirchen im Kreismedienzentrum ausleihen können. Das Verleihen von Geräten und Medien wie DVDs ist das Kerngeschäft des Kreismedienzentrums. Doch die Aufgaben haben sich verändert. Denn auch hier muss man mit der Zeit gehen.
Martin Krohmer: "Coding, Making, 3D-Druck, virtuelle Inhalte erstellen, alles machen wir da möglich und bringen quasi den Lehrkräften dabei die Möglichkeit bei, erst mal diese Technologien für sich zu erschließen, um später im Unterricht sie selber einzusetzen in einer gesicherten Umgebung." So spielt selbstverständlich auch das Thema KI hier eine immer größere Rolle.
Landrat Ulrich Fiedler hob aus Anlass der Eröffnungsfeier die Bedeutung von Medienkompetenz hervor. "Ich glaube, Medienbildung ist einer der zentralen Bestandteile der Bildung überhaupt in unserer Gesellschaft derzeit, Medienbildung stärkt Demokratie, Medienbildung ist ein Bildungswert an sich, und ich glaube, es gibt kaum ein wichtigeres Element für unsere Kinder und Jugendlichen, um sie resilient zu machen, um sich vorzubereiten auf all das, was im Leben auf sie wartet", so Ulrich Fiedler.
Das neue Münsinger Kreismedienzentrum ist in einem Ladenlokal in der Uracher Straße, mitten in der Innenstadt, untergebracht. Für Bürgermeister Mike Münzing macht das deutlich, dass man dort hingehen müsse, wo die Menschen mit ihren Fragestellungen unterwegs seien.
"Mir war ganz wichtig, dass wir als Service wahrgenommen werden und dieser außerschulische Bildungsraum eben nicht nur für Schülerinnen und Schüler, für Lehrkräfte, für Vereinsvertreter nutzbar wird, sondern für Eltern, die Fragestellungen haben, die sich beispielsweise fragen: Wie kriegen wir unsere Kinder endlich wieder ein bisschen mehr vom Handy weg?" so Münzing.
Oder auch: Wie können Kinder geschult werden, dass sie mit ihrem Handy vernünftig und kreativ umgehen? Eben „Machen statt Scrollen". Auch das können Schüler im Kreismedienzentrum lernen.
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