Und nach 30 Sekunden, mit einem weiteren Schalenschlag, gehen die Augen wieder auf. Jetzt heißt es, das Erfahrene aufzuschreiben. Direkt danach geht es weiter zur nächsten von drei Stationen, alle nah am Living Museum und alle barrierefrei.
Lea-Marie Kohler ist Kunsttherapeutin und arbeitet mit dem Museum zusammen. "Das Living Museum ist ein Kunstatelier hier in der Sozialpsychiatrie auf der Alb in Buttenhausen. Und es geht darum, dass die Künstler, die hier wohnen oder in der Umgebung oder auch von außerhalb die Möglichkeit haben, hier Kunst zu schaffen in den Atelierräumen und oben dann auch auszustellen."
Auch hier schaffen sie alle gemeinsam Kunst. Es geht nicht nur darum, zu lauschen und zu dokumentieren. Die Künstler sollen zwischen den Stationen auch mit geliehenen Kameras Fotos machen, die ihre Wahrnehmung direkter darstellen. Das Auge und das Ohr zusammen.
"Deshalb auch der Name „Eye" wie das Auge, „hear" wie das Ohr, „you", also mit anderen zusammen", erläutert Wolf Nkole Helzle, einer der beiden Projektleiter. "Also uns hineinzustellen mit anderen Menschen und mit denen zusammen ein Kunstprojekt zu machen. Das ist uns gerade so ganz wichtig."
Mirja Wellmann, eine Klangkünstlerin und Bildhauerin, und ihr Ehemann Wolf Nkole Helzle, ein Medienkünstler, haben erst 2026 das Kunstkollektiv EYE HEAR YOU gegründet. Ihr erstes großes Projekt startet im Living Museum Alb, doch sind hierfür noch zahlreiche weitere Termine geplant, an denen Menschen ihre Sinneserfahrungen aufzeichnen können. Besonders die Inklusion war den Künstlern hier wichtig. So kamen sie mit Sarah Borger zusammen, der Leiterin des Living Museums.
Mirja Wellmann erzählt, was als nächstes passiert ist: "Und dann hatte sie auch eine Idee: Mensch, auf der Alb gibt es so viele Behinderteneinrichtungen, eben auch das Mariaberg und das Grafeneck, und das wäre doch toll, so eine Kooperation zu machen. Und so haben wir das beschlossen und die gefragt, und die waren alle auch begeistert.
Begeistert zeigen sich die Künstler auch schon bei diesem ersten Termin. Hier sind sie sowohl die Schöpfer als auch die Subjekte des Kunstwerks. Am Ende sollen alle Fotografien und Notizen, also alle Darstellungen dessen, was die Künstler über die vielen Termine wahrgenommen haben, gemeinsam in Konversation ausgestellt werden.
Wer mit seinen eigenen Sinnen bei dem Multimediaprojekt dabei sein will, der kann sich auf www.eyehearyou.org zu den kommenden Terminen anmelden oder sich am 21. November im großen Saal in Buttenhausen die vollendete Installation ansehen.
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