Auszeichnung der KI-Scouts | Bildquelle: RTF.1

Albstadt-Tailfingen:

KI Scouts: Studenten zeigen Unternehmen, wie sie von Künstlicher Intelligenz profitieren können

Stand: 21.07.26 11:58 Uhr

KI-Scouts - das sind Studenten, die für Unternehmen konkrete Projekte im Bereich Künstliche Intelligenz umsetzen. Das soll den Betrieben dabei helfen, aufwendige und zeitraubende Abläufe zu automatisieren. Während die Unternehmen von der Expertise der Studenten profitieren, erhalten diese wertvolle Praxiserfahrung. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Initiiert hat das KI-Scouts-Programm die IHK Reutlingen. Und die hat jetzt in der Technologiewerkstatt Albstadt den KI-Scouts ihre Zertifikate übergeben. Es war die letzte Veranstaltung im Rahmen der Innovationstage Zollernalb.


Marc Röttig kommt von der Firma Erbe Elektromedizin in Tübingen. Und bei der Firma Erbe gab es ein Problem mit dem firmeninternen Wissen, beispielsweise über Erbe-Produkte. Das lag verstreut über die verschiedenen Abteilungen, so dass nur Bescheid wusste, wer zu einer bestimmten Abteilung gehörte. 

KI-Scout Luis Vincent Stiller: "Wenn man beispielsweise eine Frage zum Beispiel stellen würde im Bereich der von einem Bereich, der keinen Zugriff hat auf den anderen Bereich, müsse dieser beispielsweise rüber laufen in die andere Abteilung und diese dann manuell selber befragen. Und jetzt haben wir durch diesen Knowledge und Vektoren Graph dann jetzt sozusagen eine Antwortmöglichkeit geschaffen."

Ein Studentenprojekt hat diesen Knowledge- und Vektoren-Graph konstruiert – mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Marc Röttig: "Und ich sehe in diesem Konzept wirklich Chancen, das an vielen, in vielen Bereichen der Firma auszurollen und das ich glaube, das ist das Signal, ein Teil der Firma, gibt es den Auftrag? Die Studenten erarbeiten ein tolles Konzept und ein anderer Teil der Firma kann es sozusagen begutachten und gleich Quick Wins da mit raus nehmen und die nächsten Schritte in Auftrag geben."

Aber die Firma Erbe ist nicht das einzige Unternehmen, das Studenten mit einem konkreten KI-Projekt beauftragt hat. Mittlerweile gab es bereits knapp 30 solcher Projekte. Voraussetzung dafür ist, dass das entsprechende Unternehmen zuvor bei der IHK Reutlingen einen KI-Check hat machen lassen.

Gabriele Beese von der IHK Reutlingen: "Anschließend an den KI-Check überlegt man sich: Wo gibt es Ansatzpunkte für KI? Und wenn man einen interessanten Ansatzpunkt hat, den das Unternehmen weiter verfolgen möchte, dann versucht man, eine Studierenden-Gruppe ins Boot zu holen."

Aber nicht nur große und mittlere Unternehmen können von Künstlicher Intelligenz profitieren. Auch Ein-Mann-Betrieben wie Niclas Pichler aus Balingen kann KI viel Arbeit abnehmen. Auch für ihn arbeiteten Studenten an einem konkreten KI-Scout-Projekt. Dem ganzen vorausgegangen war ein KI-Check von Prof. Harald Bosch von der Hochschule Esslingen. Dabei seien sie auf ein spannendes Thema gekommen:

Niclas Pichler: "Wie kann ich Verwaltungsarbeit, wie kann ich Bürokratie, vielleicht auch bürokratische Aufgaben mithilfe von KI abbilden, abdecken, dass die mir meine Arbeitszeit schonen und eben ich dennoch meine gesetzlichen Aufgaben erfüllt bekomme?"

Bislang kamen die KI-Checker und die KI-Scouts von den Hochschulen Reutlingen und Albstadt-Sigmaringen. Seit diesem Semester ist auch die Hochschule Esslingen mit im Boot. Davon profitieren auch die Studenten. Prof. Harald Bosch: "Auch für die Studierenden ist es immer sehr vorteilhaft, eine konkrete Anwendung von dem Unternehmen zu haben, das auch wirklich eine Problemstellung hat. Statt dass sich jetzt jemand an der Hochschule eine Aufgabe einfallen lässt, damit das Projekt stattfinden kann."

Und nicht nur die Studenten ziehen aus dem KI-Scout-Projekt einen Nutzen. Auch für die Unternehmen ist es von Vorteil. Gabriele Beese: "Man lernt ja viel bei den Studierendenprojekten. Manchmal sind sie experimentell und es ist dann praktisch eine Machbarkeitsstudie. Manchmal kommen aber auch wirklich Produkte raus, die man nutzen kann. Aber generell ist es eher experimenteller. Für das Unternehmen ist ein ganz arg großer Nutzen, die lernen viel über KI."

Und das ist wichtig in einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz in allen Bereichen eine immer größere Rolle spielt.

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