Besonders betroffen sind die Distrikte Rasuwa und Nuwakot im Norden Nepals nahe der Grenze zu Tibet. Entlang des Flusses Bhotekoshi wurden ganze Ortschaften verwüstet. Straßen, Brücken und Anlagen der Energieversorgung wurden beschädigt oder zerstört, vielerorts fielen zudem Strom und Kommunikation aus.
Rettungskräfte suchen nach Vermissten
Die nepalesische Regierung hat umfangreiche Rettungsmaßnahmen gestartet. Armee, Polizei und weitere Einsatzkräfte sind in der schwer zugänglichen Bergregion unterwegs. Hubschrauber bringen Verletzte in Krankenhäuser und versuchen, abgeschnittene Gemeinden mit dringend benötigter Hilfe zu versorgen. Wegen der Überschwemmungen können die Maschinen allerdings nicht überall landen.
Die Suche nach Vermissten läuft unter schwierigen Bedingungen weiter. Allein unter den vermissten Touristen befinden sich nach bisherigen Behördenangaben 384 Menschen, darunter 291 Ausländer. Betroffen sind unter anderem Reisende aus Deutschland, den USA, Spanien, Indien, Großbritannien und Malaysia.
Die Region rund um Rasuwa ist ein bekanntes Trekkinggebiet. Zehntausende Menschen leben dort. Besonders stark getroffen wurden die Orte Syapru Besi und Timure.
Rund 10.000 Haushalte auf Hilfe angewiesen
Auch die humanitäre Hilfe ist angelaufen. Nach ersten Schätzungen der Vereinten Nationen benötigen rund 10.000 Haushalte Unterstützung. UN-Organisationen und Hilfswerke arbeiten mit den nepalesischen Behörden zusammen, um festzustellen, wo die dringendste Hilfe benötigt wird.
Mehrere Bündnisorganisationen von "Aktion Deutschland Hilft" sind in Nepal aktiv. Sie verfügen über langjährige Erfahrung in der Katastrophenhilfe und stehen mit lokalen Partnern vor Ort in Kontakt.
Derzeit konzentriert sich die Hilfe zunächst darauf, die Lage in den betroffenen Gebieten zu erfassen und den konkreten Bedarf der Bevölkerung zu ermitteln. Die Organisationen sondieren, welche Gemeinden besonders schwer erreichbar sind und welche Unterstützung dort benötigt wird. Parallel werden weitere Hilfsmaßnahmen vorbereitet.
Die schwierige Erreichbarkeit vieler Orte stellt die Helfer vor besondere Herausforderungen. Zerstörte Verkehrswege und unterbrochene Kommunikations- und Stromverbindungen erschweren sowohl die Rettung als auch die Versorgung der Bevölkerung. Gleichzeitig besteht entlang der Flussläufe weiterhin die Gefahr weiterer Überschwemmungen.
Auch Tibet von den Überschwemmungen betroffen
Auch auf der anderen Seite der Grenze wurden schwere Schäden gemeldet. Chinesische Staatsmedien berichteten zunächst von drei Todesopfern und 265 Vermissten nach einem Erdrutsch in der an Nepal grenzenden Region Gyirong in Tibet. Straßen sowie Kommunikations- und Stromverbindungen wurden unterbrochen.
Die Behörden forderten die Menschen entlang des Bhotekoshi auf, sich in höher gelegene Gebiete in Sicherheit zu bringen.
Ursache noch nicht abschließend geklärt
Wie die Flutwelle ausgelöst wurde, ist noch nicht endgültig geklärt. Zunächst stand die Möglichkeit eines Gletscherseeausbruchs stromaufwärts in Tibet im Raum. Nepalesische Behörden vermuten inzwischen jedoch, dass ein Erdbeben einen Erdrutsch oder eine Lawine ausgelöst haben könnte.
Der nepalesische Außenminister Shisir Khanal erklärte im Parlament in Kathmandu, erste Berichte deuteten auf ein solches Szenario hin. Das Deutsche GeoForschungsZentrum registrierte etwa sieben Minuten vor dem auf Überwachungskameras festgehaltenen Erdrutsch einen Erdstoß der Stärke 4,4.
Der Bhotekoshi entspringt im tibetischen Himalaya und fließt anschließend durch Nepal, wo er in den Trishuli mündet. Der Fluss ist unter anderem für Wildwasser-Rafting bekannt.
Spenden für die Nothilfe
Wer die Menschen in diesen und anderen von Katastrophen und Not betroffenen Gebieten unterstützen möchte, kann mit einer Spende die humanitäre Hilfe vor Ort unterstützen.
Aktion Deutschland Hilft
Spendenkonto Nothilfe weltweit
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30
Stichwort: Nothilfe weltweit
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