Prof. Eckart Hammer und Dr. Philipp Marquardt | Bildquelle: RTF.1

Reutlingen:

An der Männerakademie lernen, was nach der Karriere kommt

Stand: 07.09.26 16:47 Uhr

Die Männerakademie an der Volkshochschule Reutlingen setzt sich mit einem Thema auseinander, das viele Rentner nach dem Ausstieg aus der Arbeitswelt betrifft: Was tun mit der Zeit, die man noch übrig hat? Mit einem Auftaktvortrag und neun weiteren Sitzungen, will das Programm Männern helfen, einen neuen Sinn im Leben zu finden.


Für viele Männer ist die Arbeit das Leben. Sie verbringen den Alltag am Arbeitsplatz, ihre Mitarbeiter sind ihr soziales Umfeld. Hier haben sie das Gefühl, gebraucht und respektiert zu werden. Dann kommt die Rente und mit ihr bricht diese Welt zusammen. Ein Problem, für das Frauen im Schnitt weniger anfällig sind.

Professor Eckart Hammer hat sich schon länger mit diesem Thema beschäftigt. Er hat beobachtet, dass viele Männer neben der Arbeit kein anderes Standbein haben. "Das heißt, sie hatten die Berufstätigkeit, Vollzeit, oft mit Überstunden. Während Frauen eben Familie, Kinder Teilzeitberufstätigkeit haben im Durchschnitt. Und deswegen ist dann der Ruhestand diese große Zäsur, wo sie plötzlich mit leeren Händen dastehen.

Auch Hammer ist im Ruhestand. Seit gut 20 Jahren ist der Professor mit Vorträgen und Seminaren unterwegs. Viele befassen sich mit eben dieser Zäsur zur Rente. Sein Fazit: Auch wenn viele Rentner sagen, es ginge ihnen gut, gäben sie alles, um in die Arbeitswelt zurückzukehren. Seine Männerakademie soll helfen.

Hammer enthüllt den Ablauf einer Sitzung: "Wir starten immer mit einer kleinen Runde: Wie geht's, was gibt's Neues, was gibt's vielleicht den anderen zu berichten? Dann gibt es einen kleinen Vortrag, entweder von mir oder von den Gastdozenten, die wir eingeplant haben. Und dann kommt ein intensiver Austausch, im Plenum oder auch in kleinen Gruppen."

Hier sollen Männer ins Gespräch kommen und gemeinsam Wege finden, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Manchen könnte ein Ehrenamt helfen, anderen vielleicht schon ein Freundeskreis von Gleichaltrigen. Für manche vielleicht auch ein eigener Kurs an der vhs.

"Die Volkshochschule ist ein Ort, der allen gehört.", betont der Leiter der Schule Dr. Philipp Marquardt. "Würden alle besser verstehen, dass das ihre Volkshochschule ist, würde die Volkshochschule noch viel mehr zu einem Ort, der gesellschaftliche Resilienz ausbildet, die Demokratie fördert, die Potenziale des Einzelnen stärkt. Und darum suchen wir Menschen, die ihre Volkshochschule gestalten wollen."

Die Volkshochschule ist offen für alle, die sich beteiligen wollen. Unter dem Programm 'mit dir."'sucht sie aktuell nach Menschen, die ihre eigenen Kurse anbieten wollen. So entstand auch die Männerakademie. Wer daran Interesse hat, kann sich online anmelden, doch mit nur grob 16 Plätzen sind jetzt schon nicht mehr viele übrig. Das Programm startet am 30. September.

Website: www.vhsrt.de/maennerakademie/

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