Parallel zum Absatzplus haben sich die Heiztechnik-Preise beruhigt. Nach Jahren mit deutlichen Steigerungen ermittelte die Energieberatung der Verbraucherzentrale für 2026 über 21 untersuchte Heiztechniken hinweg einen durchschnittlichen Preisanstieg von nur 2,7 Prozent. Bei der besonders verbreiteten Luft-Wasser Wärmepumpe blieb der durchschnittliche Anschaffungspreis mit rund 36.000 Euro sogar unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Der große Vorteil für Hausbesitzer: Mehr Planungssicherheit
„Die stark gestiegene Nachfrage zeigt deutlich, dass sehr viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer die Wärmepumpe inzwischen als zukunftsfähigste Heizlösung betrachten. Gleichzeitig sorgt die Stabilisierung der Heiztechnikpreise für mehr Planungssicherheit bei Investitionsentscheidungen", bestätigt auch Stefan Materne, Referent der Energieberatung der Verbraucherzentrale.
Wer jetzt plant, sollte trotzdem genau hinschauen
Die Auswertung von Wärmepumpenangeboten durch die Energieberatung der Verbraucherzentrale zeigt erhebliche Unterschiede bei Preisen und Leistungsumfang: Für vergleichbare Anlagen wichen die Preise teilweise um bis zu 250 Prozent voneinander ab. Wichtig ist deshalb der Vergleich mehrerer Angebote. Zu einem vollständigen Angebot gehören eine korrekte Heizlastberechnung, ein hydraulischer Abgleich, sowie die komplette Auflistung aller notwendigen Leistungen.
Neue gesetzliche Regelungen
Zur aktuell hohen Nachfrage nach Wärmepumpen tragen vor allem zwei politische Entwicklungen bei: das inzwischen in Kraft getretene Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und die attraktive Bundesförderung für den Heizungstausch, die schrittweise abschmilzt.
Das GModG löste das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ab und gilt für Neubau und Bestand gleichermaßen. Eine wesentliche Neuerung ist: Statt einer festen 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien können Eigentümerinnen und Eigentümer nun auch wieder eine neue Gas- oder Ölheizung einbauen. Wärmepumpen, Fernwärme, Biomasseheizungen und hybride Lösungen bleiben, wie vorher auch, weiterhin als Lösung möglich.
Fossile Heizungen werden im Betrieb immer teurer
„Wer sich für eine neue Heizung entscheidet, sollte keine fossile Heizung mehr einbauen. Der Heizölpreis hat sich innerhalb eines Jahres um 85% erhöht und die Großhandelspreise für Erdgas mehr als verdoppelt", sagt Stefan Materne, Referent der Energieberatung der Verbraucherzentrale.
Fossile Heiztechnik bleibt erlaubt, bringt aber langfristig unabsehbar hohe Brennstoffkosten mit sich, die verpflichtende Beimischung biogener Anteile wird die hohen fossilen Brennstoffpreise weiter erhöhen. Wer sich heute für eine fossile Heizung entscheidet, sollte diese absehbare Entwicklung in die Kostenrechnung einbeziehen. Schon jetzt ist die Wärmepumpe die preiswerteste Heizung im Betrieb, das zeigt der Heizspiegel von CO2-Online.
Abgesehen davon, werden in den nächsten Jahren immer mehr Erdgasnetze stillgelegt oder zurückgebaut.
Die neue Technologieoffenheit bedeutet nicht, dass fossile Heiztechnik dauerhaft eine gleichwertige Option bleibt. Das neue Gesetz schreibt vor, dass eingesetzte Brennstoffe ab 2045 vollständig klimaneutral sein müssen. Für Gas- und Ölheizungen, die jetzt noch installiert werden, steigt der Anteil an Biokraftstoffen und grünem Gas deshalb schrittweise. (txn)
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