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Tablets statt Arbeitsblätterchaos - Digitalisierung in der Schule

Die Digitalisierung rückt immer mehr in den Vordergrund. Im heutigen Arbeitsleben sind Internet und digitale Geräte nicht mehr wegzudenken. In den Schulen sollen die Jugendlichen deshalb darauf vorbereitet werden. Ein zweijähriger Pilotversuch des Landes aus dem Jahr 2017 zeigt, welche Vor- und Nachteile der Unterricht mithilfe von Tablets bringt und wie Schulen für die Digitalisierung aufgestellt sein müssen.

Seit fast zwei Jahren arbeiten die Neuntklässler des Friedrich-List-Gymnasiums jetzt mit Tablets im Unterricht. Die Schule nimmt beim „Modellversuch Unterricht mit Tablets" teil. Dieser soll herausfinden, wie viel Mehrwert Tablets im Unterricht haben können, denn eine Umstellung bedarf Vorbereitung und Auseinandersetzung mit dem Thema.

Es brauche zweierlei, so Klaus Tappeser, die technische Ausstattung und ein pädagogisches Konzept. Die Frage sei wie? Wie setzt man ein Tablet ein? Es sei kein verbesserter Overhead-Projektor oder eine verbesserte Power-Point, sondern ein genuines Element von Methodik und Didaktik. So können die Schüler auf ihrem Tablet oder dem Bildschirm, der die Tafel ersetzt, nicht nur die Lerninhalte lesen, sondern bekommen beispielsweise auch ihre Arbeitsblätter vom Lehrer per Air-Drop aufs Tablet gesendet. Deshalb ist wichtig, dass die Geräte alle kompatibel sind.

Alles auch eine finanzielle Frage. Die Frage, ob das Grundgesetz geändert werden müsse, stehe im Raum. Laut Tappeser sei das nicht erforderlich. "Ich glaube das kann man auch anders finanzieren. Richtig ist, dass das Geld kostet. Richtig ist, dass es die Schulen, die Länder nicht alleine schultern können und richtig ist auch, dass Geld vom Bund kommen muss, damit die Schule weiter auf Lebenswirklichkeit vorbereiten muss." Das gehe jedoch auch mit anderen Möglichkeiten als Grundgesetzänderungen.

Zur Anschaffung der Geräte komme zudem noch die Ausstattung mit WLAN – eine Voraussetzung für die Arbeit mit Tablets an Schulen – und Kosten für Wartung und Pflege. Hier habe die Stadt Reutlingen das FLG gut unterstützt.

Trotz der Schwierigkeiten zieht die Schule eine positive Bilanz. Schulleiterin Susanne Goedicke möchte den Unterricht mit Tablets auch nach dem Schulversuch weiter fortführen. Sie hätten schon viel investiert an Zeit und Energie und sich in der Unterrichtsentwicklung weiter entwickelt. Es stünden dennoch Fragen im Raum wie "Wie können die Tablets finanziert werden für die Schüler? Wer kann sie pflegen, die technischen Voraussetzungen schaffen? Wie schaffen wir es, dass wir uns so fortbilden, dass dann auch tatsächlich diese Tablets sinnvoll eingebunden werden können, um den Unterrichtserfolg dann auch zu garantieren?"

Alles Fragen, die nicht nur am FLG gestellt werden müssen. Denn eines ist klar: Neben allen Nachteilen des digitalen Unterrichts – Kosten, Wartung und Pflege – stehen auch Vorteile wie Schnelligkeit, Ordnung, Papierfreiheit und vor allen Dingen die Vorbereitung auf die digitalen Anforderungen des späteren Lebens.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 11.12.18 - 16:55 Uhr   -   325 mal angesehen)
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