Quang Vu La ist 25 Jahre alt und arbeitet seit Dezember vergangenen Jahres als Elektriker bei SchwörerHaus. Bereits in seiner Heimat hat er die Elektriker-Ausbildung abgeschlossen und Deutsch gelernt. Zwei wichtige Voraussetzungen, um ins Programm zu kommen.
Er sei gekommen, weil er gehört habe, dass es in Deutschland sehr sicher sei und dass man von dort aus ganz Europa besichtigen könne, sagt er. "Das ist sehr schön." Etwas kalt findet es Quang Vu La in Deutschland, aber insgesamt gefalle es ihm hier sehr gut, und auch die Kollegen seien sehr freundlich.
Auch Geschäftsführer Johannes Schwörer lobt die gute Zusammenarbeit im Elektriker-Team. "Wir haben einen tollen Meister, der sich klasse um ihn kümmert, und Kollegen, die sagen: Jawohl, wir helfen dem auch, und das ist so ein bisschen ein Hand in Hand arbeiten", sagte Schwörer. "Und wenn man will, dann kann man so was auch gemeinsam erreichen, und ich freue mich darüber, dass das die Belegschaft so gut annimmt."
Auch bei SchwörerHaus ist der Fachkräftemangel inzwischen deutlich zu spüren. Zwar würden im Jahr 100 neue Leute eingestellt, so Schwörer, aber das reiche gerade, um diejenigen, die in den Ruhestand gehen, zu ersetzen. Um die Aufträge schneller abarbeiten zu können, bräuchte es mehr. "DIHK und IHK haben ja da ein Programm aufgelegt, und dann wurden wir gefragt, und da haben wir natürlich gesagt: Da machen wir mit, weil wir auch immer wieder Ideen suchen: Was kann man denn nun unternehmen?" sagte Johannes Schwörer. "Es gibt ja Firmen, die schimpfen immer nur und machen nichts, und wir versuchen immer eher, auch Probleme zu lösen."
Welche Probleme es bei der Anwerbung und Integration der Fachkräfte gibt und wie man sie löst, das soll das Pilotprojekt zeigen. Die IHK Reutlingen ist eine von bundesweit fünf Kammern, die sich daran beteiligen. "Da geht es ins Detail", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. "Wie werden diese Menschen krankenversichert? Wie können sie sich integrieren? Wie können sie sich Sprachkenntnisse erwerben, wie ist die VISA-Erteilung? Das sind ganz viele Probleme, wo auch viele unterschiedliche Behörden, Ämter zusammenarbeiten müssen, und das wird koordiniert."
Doch all diese Probleme scheinen lösbar. Nichts gegen den Fachkräftemangel zu tun – da sind sich alle Beteiligten einig – wäre das viel größere Problem.
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