"Wir freuen uns riesig auf den Neubau, weil es für uns eine völlig neue Situation geben wird. Zum ersten Mal sind fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes unter einem Dach. Wir ziehen aus 27 Gebäuden in Eines. Und das hat natürlich für das ganze Team, für die ganze Mann- und Frauschaft, für die ganzen Prozesse und auch für die Bürgerinnen und Bürger eine ganz besondere Bedeutung" freut sich Fiedler.
Auch das Jahr 2025 stand bereits im Zeichen des Umzugs. In den letzten eineinhalb Jahren – seit dem Richtfest – hat sich am Gebäude einiges getan. Äußerlich, aber vor allem im Gebäudeinneren. Im November 2025, als der Landkreis zu einer Baustellenbegehung eingeladen hatte, war in Teilen bereits erkennbar, wie die Büros der Mitarbeiter ungefähr aussehen werden.
"Wir sind wahnsinnig stolz darauf, weil wir unter Beweis stellen, dass die öffentliche Hand bauen kann. Wir leben ja auch bei größeren Bauprojekten, der, die ich jetzt namentlich nicht ansprechen will, dass man mir nicht so gelingt, ihm Zeit und Kostenplan zu bleiben. Wir sind voll im Zeitplan, wir sind voll im Kostenplan in diesem Projekt. Darauf sind wir stolz" kommentierte der Landrat.
Man zeige damit, dass es möglich sei, ein Gebäude auf den Weg zu bringen, das höchste energetische Standards erfülle und moderne Arbeitsplätze biete. So sollen vor allem die Anliegen der Menschen schneller bearbeitet werden können.
Bei aller Vorfreude schwingt beim Landrat ob des anstehenden Auszugs aber auch ein bisschen Wehmut mit. Er werde nicht alles vermissen – Den historischen Sitzungssaal zum Beispiel, in dem er viele Stunden verbracht hat, zum Beispiel aber schon.
Ein weiteres Großprojekt, das den Landkreis bereits jetzt beschäftigt, ist die Regionalstadtbahn. Dort gingen die Planungen auch im vergangenen Jahr weiter. Für Fiedler ist das Projekt trotz der schwierigen Finanzlage alternativlos: "Wir müssen die Fragen der Mobilität lösen. Gerade in dem Landkreis, der eine Großstadt auf der einen Seite und ländliche, sehr ländliche Räume auf der anderen Seite hat. Und da ist die Regionalstadtbahn definitiv die richtige Antwort, um in die Zukunft zu gehen".
Gleich an mehreren Fronten hat man die Gesundheitsversorgung weiterentwickelt. So auch an den Kreiskliniken. Händeringend gesucht werden aber auch Hausärzte.
"Die Babyboomer verlassen die Praxen als Ärztinnen und Ärzte, und wir müssen trotzdem auch in der Fläche, gerade im ländlichen Raum, die Versorgung mit niedergelassenen Ärzten, sowohl was Hausärzte anbelangt als auch Fachärzte, sicherstellen. [...] Da gilt es, Lösungen zu finden im Bereich der Patientensteuerung, im Bereich der Überwindung von Sektorengrenzen. Was ambulant und was stationär stattfinden kann, was über die niedergelassenen Ärzte geleistet wird" sagt Fiedler.
Aber auch Fragen wie: „Wie können wir die Patienten von Beginn an an die richtige Stelle bringen?" spielen eine Rolle. Dafür setzt der Landkreis auch zunehmend auf KI.
Mehr als Genehmigungsbehörde als als ausführende Kraft fungiere man beim Bau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen. In dieser Rolle habe man im letzten Jahr aber einige Anlagen in Nutzung nehmen können. Viele weitere seien auf einem guten Weg.
Zumindest einen Grundsatzbeschluss konnte man beim Thema Schulentwicklung fassen. Stück für Stück sollen die sanierungsbedürftigen Schulen flott gemacht werden. Bei einigen ist man auch schon weiter gekommen.
Fiedler nennt vor allem zwei Beispiele: "Wir haben ja auch schon Schulen, die saniert sind, beispielsweise die Georg-Goldstein-Schule in Bad Urach. Sanierungen abgeschlossen haben wir auch an der gewerblichen Schule, an der Beruflichen Schule in Münsingen".
Die Theodor-Heuss-Schule in Reutlingen allerdings hatte der Landkreis aus dem aktuellen Haushaltszeitraum hinaus schieben müssen. Denn die aktuelle Haushaltslage belastet den Landkreis, wie so viele im Moment. Die Haushaltsberatungen seien die schwierigsten seit dem Bestehen des Landkreises gewesen. Deshalb hat man diese ins neue Jahr verschoben.
"Ein Novum. Das gab es noch nie. Aber wir wollen aufgrund der neuesten Entwicklung der finanziellen Situation, gerade im Zusammenspiel mit Bund und Land, für Gewissheit sorgen, damit wir nachhaltig den Haushalt planen können für die Menschen in unserem Landkreis, auch in einer fairen Balance zwischen Landkreis, Städten und Gemeinden, die natürlich auch alle immens unter finanziellem Druck stehen" weiß der Landrat.
Im Februar will Fiedler den Haushalt verabschieden. Die ersten Monate des neuen Jahres stehen also ganz im Zeichen der Finanzen. Danach werde das Landratsamt vor allem mit dem Umzug beschäftigt sein. Aber auch alle anderen Themen, die im letzten Jahr auf der Agenda starten, sind mit dem Jahreswechsel noch nicht vom Tisch.
Ansonsten hofft Fiedler, dass die Menschen am 8. März wählen gehen und gewillt sind, die Zukunft des Landes mitzugestalten. Denn trotz der vielen Krisen überwiegen laut dem Landrat immer noch die Chancen. Man müsse sie nur sehen.
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