"Die Situation ist im Moment belastend", erklärt Meter Bock von Rall Baumschulen. "Auch den Pflanzen tut das nicht so gut. Wir versuchen das dadurch zu lösen, dass wir morgens früher beginnen und vormittags dann der Gießtrupp schon unterwegs ist, damit die Not zum Mittag nicht so groß wird."
Doch nicht alle Pflanzen werden individuell gepflegt und gegossen. Die regenarmen letzten Wochen, gepaart mit der Hitzewelle, verwandelten Wälder und Felder in Zunder und schufen gute Bedingungen für Flächenbrände.
"Der Waldbrandgefahrenindex war in den letzten Tagen auf der Stufe 4 von 5", so Stefan Hermann, Feuerwehrkommandant von Reutlingen. "Es war auch die Prognose, dass wir noch die Stufe 5 erreichen würden. Das wurde dann vom deutschen Wetterdienst zurückgenommen, Gott sei Dank ist es nicht so heftig geworden. Auch der Graslandfeuerindex war auf der fast höchsten Stufe."
Wo es zum Brand kam, erschwerte die Hitze die Feuerwehrarbeit deutlich. Konstante Wasserpausen waren nötig, damit Feuerwehrleute nicht überhitzen. Wo sie tatsächlich in ein brennendes Gebäude vordringen mussten, war Überhitzung eine allgegenwärtige Gefahr. Auch Zivilisten wurden jeden Tag mehr und mehr durch die Hitze bedroht.
Stefan Kühner, Chefarzt der Notaufnahme im Klinikum am Steinenberg, hat das selbst am eigenen Leib erfahren. "Die Hitze war extrem hoch und es war auch extrem lang. Es ist wirklich von Tag zu Tag schlimmer geworden. So einen Tag funktioniert das irgendwie, aber vor Allem ältere, betagte Menschen, von Tag zu Tag sind es mehr geworden, die unter dieser Hitze Kreislaufbeschwerden haben oder gestürzt sind."
Die Notaufnahme habe sich schwer getan, mit dem Andrang mitzuhalten. Auch mit mehr Personal sei der Platz im Krankenhaus eben limitiert. Und auch wenn diese Hitzewelle besonders extrem ausfiel, könne man nicht annehmen, dass sie die letzte ihrer Art in der nahen Zukunft sei.
"Es kommt häufiger vor, dass es Extremwetter gibt leider, ja. Das ist unser Klimawandel", meint Kühner.
Fürs erste hat sich die Hitzewelle jetzt wieder aufgelöst. Für Feuerwehr, Krankenhaus, Gastronomie, Einzelhandel und Privatpersonen bedeutetet das die Rückkehr in den Normalzustand. Zumindest fürs erste.
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