Pressegespräch vor dem Streitgespräch | Bildquelle: RTF.1

Tübingen:

Palmer contra AfD: Details zum Streitgespräch

Stand: 02.09.25 15:52 Uhr

Es war das bestimmende Thema in Tübingen in den letzten Tagen. Am Freitag trifft sich Oberbürgermeister Boris Palmer zu einem Streitgespräch vor Publikum mit AfD-Landeschef Markus Frohnmaier. Im Zuge einer abgesagten AfD-Demonstration Mitte Juli hatte sich Palmer dazu bereit erklärt. Wie die Veranstaltung ablaufen wird und was sich der OB davon verspricht, darüber haben Palmer selbst und weitere Beteiligte am Montag im Rathaus gesprochen.


Die Hermann-Hepper-Halle ist Schauplatz des Streitgespräch zwischen Boris Palmer und Markus Frohnmaier am Freitag. Vor Zuschauern findet die Veranstaltung statt. 750 dürfen rein. Die Moderation übernimmt Prof. Joachim Knape – seines Zeichens unter anderem Seniorprofessor am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Uni Tübingen.

"Ich gehe die Veranstaltung ganz neutral an. Als Moderator ist das meine Rolle. Aber ich hoffe natürlich, dass die Diskutanten auch fair sind, redlich sind, bei der Wahrheit bleiben und keine Spannungen provozieren" so Knape.

Und so soll die Veranstaltung ablaufen: Insgesamt sechs Themenblöcke werden diskutiert – also drei pro Teilnehmer. Meinungsfreiheit, Klimaschutz, Innere Sicherheit/Migration, Wohnungsbau und Soziales, der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg sowie Demokratie und Rechtsstaat. Auch Statements aus dem Publikum sind eingeplant. Das alles gesagte auch stimmt liegt auch in der Verantwortung von Moderator Knape.

"Man muss als Moderator natürlich überlegen: Kann alles, was gesagt wird, auch wahr sein oder sind hier bewusste Täuschungsmanöver. Wenn es ganz offensichtlich ist, kann man natürlich Ordnungsrufe aussprechen" sagt er.

Das Streitgespräch war ursprünglich zustande gekommen, weil die AfD dieses anstelle einer Demonstration gefordert hatte. Einzelhändler hatten dadurch Umsatzverluste befürchtet, Palmer hatte infolge dessen um die Absage gebeten.

In Tübingen will man die Veranstaltung aber auch als Chance begreifen, beim Versuch, die AfD klein zu halten, neue Wege zu gehen.

"Herr Palmer schlägt nun vor, eine öffentliche Podiumsdiskussion zu machen für 750 Tübinger Bürger und noch weitere Gäste, die anwesend sind. Das ist ein ganz normales Format, wie man vor Wahlen – oder überhaupt zur Aufklärung der Bürger – über Politik redet" so Knape.

In der Stadt regt sich aber auch Widerstand gegen die Veranstaltung. Der Vorwurf: Palmer biete der AfD unnötig eine Bühne. Insgesamt etwa 1.500 Teilnehmer verschiedener Bündnisse haben laut Ordnungsamtsleiter Lukas Haderlein Gegendemonstrationen angemeldet. Man rechnet allerdings mit deutlich mehr Teilnehmern.

"Wir haben allerdings auch im letzten Jahr im Herbst hier Demonstrationen gegen Rechts gehabt in Tübingen, wo über 10.000 Personen auf dem Marktplatz diskutiert haben, und ich denke das zeigt ungefähr die Spannbreite an Personen, die sich in Tübingen schon mal motiviert gefühlt haben, gegen so eine Veranstaltung oder gegen so ein Setting vorzugehen" so Haderlein.

Über die genaue Einsatztaktik könne die Polizei keine Details angeben. Man sei allerdings vorbereitet. Das Streitgespräch startet am Freitag um 19 Uhr. Karten für die Veranstaltung gibt es keine mehr. Das Event wird aber per Livestream übertragen.

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