Ein leichter Aufwärtstrend im Zollernalbkreis ist in den vergangenen Jahren erkennbar. Eine Umfrage der IHK deutet auf Aufhellung im unternehmerischen Umfeld. Das könnte sich mit dem brodelnden Nahostkonflikt ändern. IHK-Vizepräsident Joachim Link sieht die regionale Wirtschaft in mehreren Bereichen gefährdet.
"Zum einen steigen die Energiepreise stark an, was natürlich auch Auswirkungen hat auf viele Vorlieferanten der Materialien. Und die Unsicherheit der Industrie steigt. Das hemmt wiederum die Investitionen", erklärt Link.
Steigende Energiekosten und eine verunsicherte Unternehmerschaft seien laut Link Gift für die Wirtschaft. Die globalen Lieferketten hochsensibel. Wenn hier die einzelnen Rädchen nicht nahtlos ineinandergreifen, geraten die Unternehmen aus dem Takt, so der Vizepräsident.
Infolge des Konflikts hat die Bundesregierung ein neues Maßnahmenpaket zur Entlastung der Bürger geschnürt. Für Link ist dieser Ansatz aber zu kurzsichtig. "Das, was hier beschlossen wurde, die Energiesteuer für zwei Monate zu reduzieren, was ungefähr 17 Cent ausmacht, greift zu kurz", betont Link.
Allgemein gilt: Preise steigen schneller an, als sie wieder sinken. Eine volle Stabilisierung der Energiepreise nach zwei Monaten halten die Verantwortlichen der IHK für unwahrscheinlich.
Auch die Möglichkeit einer Entlastungsprämie in Höhe von 1000 € verschiebe die Problematik nur auf die Unternehmen. "Viele Unternehmen gerade im Handwerksbereich und auch kleinere Unternehmen können sich das überhaupt nicht leisten", beklagt der IHK-Vize.
"Wir wollen ja eine Entlastung der Industrie und der Wirtschaft und keine zusätzliche Belastung. Deshalb ist das in unseren Augen nicht durchdacht." Das neue Programm werfe ein Bild auf Vater Staat als Löser aller Probleme – im Zweifelsfall auch mit Geld, so Link.
Auch für die Landespolitik gab es die eine oder andere Rüge. Trotz zehnjähriger Regierungszusammenarbeit hätten Grüne und CDU über einen Monat sondiert.
Link hofft nicht, dass das die neue "Baden-Württemberg-Geschwindigkeit" ist. Zügiges Handeln verlangt IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp vor allem im Bereich der Bildung ."Da haben wir sehr große Herausforderungen", betont Epp.
"Wir gehen davon aus, dass auch die neue Landesregierung diese Herausforderung bewältigt. Wir wissen, dass Baden-Württemberg in der Qualifikation unserer jungen Menschen abgesunken ist im Deutschland- und Weltvergleich. Da brauchen wir unbedingt neue Impulse."
Ein Impuls ist laut Sondierungspapier die Anhebung der Meisterprämie – allerdings nur für Handwerksberufe. Für den IHK-Hauptgeschäftsführer ist das inakzeptabel. "Gleichberechtigung – das muss auch für die Berufe gelten, die wir als IHK haben", fordert Epp.
"Ich sag nur, wieso soll ein Friseurmeister/meisterin eine Prämie bekommen und ein Küchenmeister/meisterin, die bei uns sind, nicht? Oder Industriemeister sind bei uns – die brauchen genauso die Prämie, damit sie ihren Aufstieg und Fortbildungen bewältigen können."
Unter dem Zuge der Chancengleichheit zieht Wolfgang Epp in Betracht, vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Eine erhöhte Meisterprämie hätten nämlich auch die Industrie- und Handelsmeister verdient.
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